Wiefelstede - „Ich hoffe, dass Ihr Euch noch lange an diesen Abend erinnern werdet.“ Marc Brinkmann, Leiter der Oberschule Wiefelstede, machte am Donnerstagabend anlässlich der diesjährigen Abschlussfeier im Forum der Schule vor vielen Eltern und Gästen deutlich, dass für die Schüler nach Abschluss der Prüfungen der Stress nun gelaufen ist. 114 Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen erhielten an diesem Abend ihre Zeugnisse (siehe Infokasten rechts). „Euretwegen sind wir alle hier“, hatte auch Mandy Niemeyer den Schülern seitens des Elternrates zugerufen.
Bevor es an die feierliche Übergabe der Zeugnisse ging, punktete der Wahlpflichtkursus Darstellendes Spiel unter der Regie von Konrektor Eckard Klages mit einer modernen Version des Stückes „Lysistrata“ des griechischen Dichters Aristophanes. Mit viel Humor wurden die Anstrengungen Wiefelsteder und Rasteder Frauen auf die Bühne gebracht, ihren Männern den schon lange andauernden Krieg zwischen beiden Gemeinden auszutreiben. Lysistrata – natürlich eine Wiefelstederin – gelang es, die Frauen beider Lager von ihrer Idee zu begeistern, sich den Männern so lange zu verweigern, bis sie aufhören mit dem Krieg. Bevor die Strategie aufging, gelang es den Darstellerinnen und Darstellern auf höchst unterhaltsame Weise, Männer und Frauen in treffender Manier zu präsentieren. Die Schulband unter Leitung von Lehrer Rainer Kroll unterhielt die Besucher mit Liedern von Enya, Leona Lewis, Xavier Naidoo, Cee Lo Green und Robbie Williams. Auch da wurde mit Applaus nicht gespart.
Wiefelstedes Bürgermeister Helmut Völkers bescheinigte den Schülerinnen und Schülern, sie könnten mit Selbstvertrauen an neue Dinge herangehen: „Mit den erreichten Abschlüssen habt ihr bewiesen, was ihr könnt.“
Elternvertreterin Mandy Niemeyer verglich den Weg der Schüler bis zum Abschluss mit der Tour de France: „Die Königsetappen waren die Schuljahre 9 und 10. Auf diesen Bergetappen wurde alles abverlangt, was das Gehirn hergab.“ „Zeigt, was ihr könnt und bleibt menschlich“, gab Niemeyer den Schülern mit auf den Weg.
„Wichtig ist, dass Ihr das Lernen gelernt habt“, machten die Lehrer Rainer Kroll und Gunnar Stumm in ihrer gemeinsamen Rede deutlich, dass das Lernen nie aufhören wird. Eltern, aber auch Lehrer und der Schulträger, die Gemeinde, dürften an diesem Abend stolz sein auf die Schüler. Für die Zukunft wünschten Kroll und Stumm den Schülern – ganz pragmatisch – unter anderem „ein sprachlich lupenreines Bewerbungsschreiben“.
Natürlich kamen auch Schülervertreter zu Wort: Minaja Mirzalijeva und Sarah Scharf. Und bei ihnen schwang in einer kurzen Rede neben aller Freude über den Abschluss auch ein ganz klein wenig Wehmut über das Ende der Schulzeit mit.
Nachdem dann die Absolventinnen und Absolventen ihre Zeugnisse erhalten hatten, sangen sie gemeinsam mit der Schulband „Tage wie diese“ von den Toten Hosen – natürlich abgewandelt: „Ich wart seit Wochen, auf diesen Tag, und tanz vor Freude über das Parkett. Und dieser Abschluss ist wie ein Sieg, der mich ein Stück weiter durch mein Leben zieht.“
