Kirchhatten - Sieben Bürgermeister und zwei Gemeindedirektoren hat Marianne Wentzel während ihrer Arbeit in der Hatter Gemeindeverwaltung begleitet, jetzt geht sie Ende des Monats nach 40 Jahren und einem Monat Dienstzeit in den Ruhestand.
Es ist ein Abschied, der der 61-Jährigen verständlicherweise nicht ganz leicht fällt. „Ich habe meine Arbeit immer sehr gern gemacht – selbst in besonders angespannten Zeiten“, sagt sie. 2007 war solch ein Zeitpunkt. Die Objektbetreuung für die Schulen und Kindergärten ging komplett an das Schulamt zurück, außerdem verlangten frisch aufgelegte Konjunkturpakete eine rasche Umsetzung vor Ort. „Ich habe ein sehr gutes Team, ohne meine Mitarbeiter wäre das alles gar nicht möglich gewesen“, lobt die Verwaltungsfrau.
Gesundheitlich bedingt ist Marianne Wentzel seit ein paar Jahren auf Gehhilfen angewiesen. Das hielt sie nicht davon ab, vor Ort in „ihren“ Einrichtungen stets nach dem Rechten zu schauen. Das von Grund auf sanierte Hallenbad und die durch eine zusätzliche Krippengruppe wachsende Kindertagesstätte Sommerweg gehören zu den großen Maßnahmen der jüngeren Vergangenheit. Seit 1983 ist sie schon Haupt- und Schulamtsleiterin und hat sich für die möglichst lückenlose barrierefreie Gestaltung öffentlicher Gebäude eingesetzt – von Kindergärten über Schulen bis zum Rathaus. Als berufstätige Mutter mit den Problemen vertraut, sorgte sie dafür, dass in Hatten früh etwas über die Kinderbetreuung für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie getan wurde.
Ihr Wissen und ihre Erfahrung hat sie in der Freizeit 19 Jahre als Dozentin des Niedersächsischen Studieninstituts in Oldenburg weitergegeben. Anfang der 90er Jahre bildete sie an Wochenenden in Dessau und Schwerin Verwaltungsmitarbeiter aus. Dabei seien Freundschaften entstanden, die bis heute halten, freut Marianne Wentzel sich, und darauf, künftig mehr Zeit für ihre (Enkel-)Kinder zu haben, mit denen sie in Husum/Großenkneten seit Jahren Tür an Tür lebt.
