Cloppenburg - Insgesamt 112 Schüler der Zweige Haupt- und Realschule hat die Cloppenburger Oberschule Marienschule verabschiedet. 72 Prozent von ihnen erhielten den erweiterten Sekundarabschluss I. Er berechtigt zum Besuch eines Gymnasiums. Von den 18 Jugendlichen der Klasse neun der Hauptschule wechseln zwölf die Klasse zehn.
Den Auftakt zur Abschlussfeier bildete ein von Schülern und Lehrern gestalteter Gottesdienst in der St.-Josef-Kirche. Leitgedanke war das Motto „Der Zukunft ein Fenster öffnen“. Kaplan Thorsten Brüggemann begrüßte alle Gäste und griff das Motto auf. Die St.-Josef-Kirche habe eine Menge Fenster, so der Geistliche, und diese sollten Licht beziehungsweise Sonne in den Raum lassen.
Schülersprecherin Anne Kirchberg fügte hinzu: „Heute haben wir ein neues Fenster geöffnet. Wir blicken jetzt in die Zukunft, während wir von der anderen Seite des Fensters auf unsere Schulzeit zurückblicken können. Wir haben unseren Abschluss. Zehn Jahre haben wir auf diesen Augenblick hingearbeitet.“
In seiner Ansprache erläuterte Brüggemann drei Stichworte. Zunächst nannte er den im Ruhrgebiet typischen Begriff „Hömma“. Auf Hochdeutsch so viel wie „hör mal“. Dazu lehnte er sich aus einem für diesen Gottesdienst aufgebauten Fenster und erklärte, dass sich die älteren Frauen früher in seiner Heimat häufig aus dem Fenster lehnten und schauten, was passierte. Er ermunterte die Jugendlichen, neugierig zu sein und sich zu entwickeln. Den zweiten Begriff hatte der Geistliche dem Italienischen entnommen. Aggiornamento bedeutet soviel wie „im heute stehen“. Dass bedeute, die Fenster zu öffnen, um frische Luft hereinzulassen. Als letzten Begriff nannte er „Pfingsten“, das er auch als den Geburtstag der Kirche bezeichnet. Die Jünger hätten Angst gehabt, sich versteckt, die Fenster verschlossen. Der Heilige Geist habe ihnen diese Angst genommen und sie hätten der Welt wieder die Fenster geöffnet.
Das Programm in der Mensa begann mit einem Musikstück von Theresa-Isabell Weber am Klavier. Oberschuldirektorin Christine Döpke beglückwünschte die Jugendlichen. Nach einem Dixi-Medley der Schulband „Marienblech“ gratulierte Sandra Behrens-Jacobsen. Sie sprach nicht nur als Elternvertreterin, sondern auch als Mutter.
Nach der Zeugnisausgabe erhielten die Klassenbesten Präsente: Fritz Müller, 9aH (Note 1,9), Jan-Hendrik Sommer und Anne Kirchberg, 10aR (beide Durchschnitt 1,6), David Lint und Firat Cicek, 10bR (Durchschnitt 1,8) und Sarah Thoben, 10 cR (Durchschnitt 1,64). Damit standen Jan-Hendrik Sommer und Anne Kirchberg mit dem Durchschnitt 1,6 auch als Jahrgangsbeste fest. Den Bischofspreis, eine Chagallbibel, die von Weihbischof Wilfried Theising (Vechta) für herausragendes soziales Verhalten ausgelobt wird, ging an die Schülerinnen Jessica Haakmann und Jessica Müller, beide aus der 10 cR.
