Oldenburg - Der Vitaminexpress rollt: Dreimal in der Woche erhalten Oldenburger Schüler jetzt Obst von der Schule. Die ersten 28 Kilo wurden am Donnerstag an der Grundschule Dietrichsfeld angeliefert – für jeden der 280 Schüler 100 Gramm. Auch die anderen städtischen Schulen, die sich erfolgreich für die Obst-Aktion beworben hatten, erhielten am Donnerstag ihre ersten Äpfel, Birnen und Bananen: die Grundschulen Heiligengeisttor und Kreyenbrück (Breewaterweg) und die Förderschulen Kleiststraße und Bürgerbusch. Lieferant ist der Oldenburger Bio-Händler „ecocion“ an der Hundsmühler Straße. Die Freie Waldorfschule, die ebenfalls mit 166 Schülern der Klassen 1 bis 4 und ihrem Heilpädagogischen Schulzweig (Jahrgang 1 bis 6) beteiligt ist, erhält ihr Obst und Gemüse ab 7. Oktober vom Hof Grummersort, zu dem eine langjährige Verbindung besteht, auch über den Gartenbau-Unterricht, der dort stattfindet.

Johann Fischer, Leiter der Grundschule Dietrichsfeld, sagte am Donnerstag: „Wir freuen uns über das Projekt. Das passt sehr gut zu uns. Denn wir haben einen ganz großen Strang „Gesund leben“ im Sachunterricht, den wir mit der AOK erarbeitet haben.“ Die Schule pflege dazu auch die gemeinsame Frühstückspause. Fischer: „Die Esskultur hat sich geändert. Wir merken das auch in den Koch-AGs, manche Schüler kennen überhaupt keine unverarbeiteten Lebensmittel mehr. Wir wollen die regionalen Produkte und die Vielfalt, die es gibt, wieder in den Blick rücken.“

Insgesamt erhalten von „ecocion“ 1500 Schüler ihre Portion Obst, darunter im Umland auch aus Hundsmühlen, Petersfehn, Friesoythe und Streekermoor. Sandkrug, das seinen Antrag etwas später gestellt hatte und noch auf die Kostenzusage vom Landwirtschaftsministerium wartet, folgt vermutlich nach den Herbstferien, kündigte ecocion-Geschäftsführer Stefan Mahl an. Geliefert werden zum Beispiel Bio-Fair-Trade-Bananen, Möhren vom Sozialen Ökohof Papenburg und Äpfel aus dem Alten Land. Die Schulen können auch Wünsche äußern und sich aus einer entsprechenden Projekt-Liste ihre jeweilige Lieferung zusammenstellen.

Die Aktion ist zunächst auf ein Jahr befristet und wird von den Steuerzahlern bezahlt, via EU (75 Prozent) und Land (25 Prozent).

Karsten Röhr
Karsten Röhr Redaktion Oldenburg