Schortens - Vor jeder der sieben Grundschulen in der Stadt Schortens gilt Tempo 30. Ob auf der Plaggestraße in Schortens, auf der L 814 bei Glarum, in Sillenstede, in Roffhausen, vor der Grundschule Jungfernbusch oder am Klosterweg in Höhe der Grundschule Oestringfelde – überall dort wird zur Sicherheit der Schulkinder der Verkehr gebremst. Und natürlich auch vor der Grundschule Heidmühle – zumindest am Haupteingang an der Heinrich-Tönjes-Straße.

Doch die Grundschule liegt nicht nur an der Heinrich-Tönjes-Straße, sondern auch direkt an der alten B 210. Die Mehrheit der Schulkinder aus dem Heidmühler Ortskern und dem Neubaugebiet Brauerwiesen muss morgens und mittags über diese nach wie vor stark befahrene Straße. Dort durfte man bis vor kurzem noch mit Tempo 50 fahren. Anfang Mai wurde die alte Bundesstraße herabgestuft, sie ist seit kurzem offiziell Stadtstraße und die Stadtverwaltung beschloss, dort Tempo-30-Schilder aufzustellen (die NWZ  berichtete). Die Eltern, die das lange gefordert hatten, freuten sich.

Doch die Freude währte nur kurz. Vorige Woche wurden die Schilder auf Geheiß des Verwaltungsausschusses wieder abgebaut (die NWZ  berichtete). Neben der strittigen Platzierung der „Tempo-30“- Verkehrsschilder haben die Ratsvertreter im Verwaltungsausschuss auch die grundsätzliche Notwendigkeit dieser Beschilderung nicht gesehen, da in Höhe des Combi-Marktes/Bahnhofstraße und 200 Meter weiter an der Kreuzung alte B 210/Heinrich-Tönjes-Straße zwei Überquerungshilfen in Form von Fußgängerampeln vorhanden sind. Diese böten nun wegen des geringer werdenden Verkehrs auf der alten B 210 „ausreichend Sicherheit für die Schulkinder“. Die Verwaltung wurde deshalb beauftragt, die Schilder wieder abzubauen. Da der Verwaltungsausschuss als Beschlussorgan diese Entscheidung getroffen hat, gibt es keine erneute Beratung im Planungsausschuss.

Doch damit wollen sich die Eltern nicht zufrieden geben: „Vor jeder Schule im Stadtgebiet gilt Tempo 30, sogar auf der Landestraße in Glarum“, sagt Elternratsvorsitzende Silke Heirich. Auch Schulleiterin Gabriele Cohrs ist von dem Beschluss enttäuscht: „Die Begründung kann hier niemand nachvollziehen“. Wie vor allen anderen Schulen auch wäre eine zeitliche Begrenzung des Tempolimits wochentags von 7 bis 18 Uhr völlig in Ordnung.

Die Eltern wollen jedenfalls nicht nachlassen in ihren Bemühungen, doch noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung vor ihrer Schule zu bekommen. Mit Elternbriefen wird um Unterstützung geworben, beim Sponsorenlauf am 11. Juli sollen Unterschriften gesammelt werden. Die sollen dann eine Woche später im Planungsausschuss an die Verantwortlichen von Rat und Verwaltung übergeben werden. „Wir machen weiter Druck“, sagt Silke Heirich. „Wir wollen, dass über unsere berechtigte Forderung neu diskutiert wird.“

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever