AHLHORN - Ab 2009 seien die Ahlhorner Gymnasiasten im Nachteil. Das sei unzumutbar, so Dr. Behr.

Von Klaus Derke

AHLHORN - Der einstimmige Ratsbeschluss, die gymnasiale Oberstufe am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Ahlhorn einzurichten – wenn denn die Schülerzahlen irgendwann einmal ausreichen – reicht der Elternschaft nicht. Der formale Antrag auf Einrichtung der Oberstufe sollte vielmehr umgehend auf den Weg gebracht werden, meint Elternratsvorsitzender Dr. Klaus-Peter Behr.

Behr verweist darauf, dass es aufgrund der Schulreform schon in spätestens drei Jahren für die heutigen Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen am Ahlhorner Gymnasium – und danach für alle folgenden Jahrgänge – zu deutlichen Nachteilen kommt. Die heutigen Siebtklässler werden laut Behr 2011 die Ersten sein, die nach 12 Jahren ihr Abitur ablegen. Sie werden dies tun nach Absolvierung einer Oberstufe, zu der die Klasse 10 (als „Eingangsstufe“) und die Klassen 11 und 12 gehören. Wenn am Bonhoeffer-Gymnasium nicht spätestens 2009 eine Oberstufe eingeführt werde, würden die Schüler die „Einführungsstufe“ (Klasse 10) noch in Ahlhorn absolvieren, während sie die Klassen 11 und 12 an einem anderen Gymnasium besuchen müssten. Behr spricht von einer „gespaltenen Oberstufe“, die nicht zumutbar sei.

Der Elternratsvorsitzende befürchtet auf Dauer das „Ausbluten“ des Ahlhorner Gymnasiums. „Man darf hier nicht bei einer Grundsatzerklärung stehen bleiben. Jetzt muss auch die konsequente Umsetzung folgen, die sich eben nicht auf eine jährliche Überprüfung der Schülerzahlen beschränken darf“, sagt Behr. Bei den Schülerzahlen sieht er Potenziale. So gebe es eine Vielzahl von Familien, die aufgrund der fehlenden Oberstufe vor Ort davon Abstand nähmen, ihr Kind aufs Gymnasium zu schicken. Auch gebe es in Niedersachsen öffentliche Gymnasien mit weniger als je 40 Schülerinnen und Schülern in den Klassenstufen 11 und 12.

Überzeugt hat Behr bereits die SPD und ihren Bürgermeisterkandidaten Peter Ache. „Dass ich die Einführung der Oberstufe in Ahlhorn will, steht außer Zweifel“, so Ache in einer Pressemitteilung. Es gehe jetzt darum, dieses Ziel mit Nachdruck zu verfolgen und nicht passiv zu bleiben. „Wir werden die Einführung der Oberstufe schnell wieder zum Thema machen“, so SPD-Fraktionschef Hartmut Giese.