AHLHORN - AHLHORN/KD - Schon mehrfach haben Eltern aus der Gemeinde Wardenburg beim Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium angefragt, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, ihre Kinder ab der fünften Klasse in Ahlhorn anzumelden. Das berichtete gestern Schulleiter Wolfgang Reich-Kornett. Bislang ist so etwas allerdings in der Regel nicht möglich. Es sei denn, der Landkreis würde zustimmen, den Schuleinzugsbezirk des Ahlhorner Gymnasiums für die Nachbargemeinden zu öffnen. So hätten Kinder zum Beispiel aus Wardenburg und Hatten die Möglichkeit, freiwillig auch den Weg zum Ahlhorner Gymnasium anzutreten.

Eine solche Öffnung der Ahlhorner Schule, über die zurzeit diskutiert wird, würde das aus allen Nähten platzende Kreis-Gymnasium Graf Anton Günther (GAG) in Oldenburg entlasten. Für Ahlhorn wären die zusätzlichen Schülerinnen und Schüler aus Nachbargemeinden eine Bereicherung und letztendlich die Gewähr dafür, dass auf Dauer eine für die Einrichtung der Oberstufe erforderliche Dreizügigkeit erreicht werden könnte.

„Es ist eine besondere Situation“, meinte dazu der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Hans-Werner Schwarz. In Ahlhorn würde die Einrichtung einer Oberstufe laut Schwarz nicht zur Schwächung benachbarter Gymnasien führen.

Der Landtagsabgeordnete war gestern gemeinsam mit seinen Kollegen Christian Dürr der Einladung der FDP gefolgt, um vor Ort über die Oberstufe zu sprechen. Schwarz schlug vor, mit einer kleinen Delegation aus Gemeinderat, Verwaltung, Schule und Elternrat beim Kultusministerium vorstellig zu werden, um die besondere Situation des Bonhoeffer-Gymnasiums zu erörtern. Eine Situation, die sich durch die Schulstrukturreform verschlechtert hat, wie Elternratsvorsitzender Dr. Klaus-Peter Behr deutlich machte. Durch das Abitur nach zwölf Jahren und die Klasse 10 als Eingangsstufe zur Oberstufe würden die Schüler aus der Gemeinde Großenkneten auf ihrem Weg zum Abitur durch den Schulwechsel „in einmaliger Weise benachteiligt“.

Die beste Lösung wäre eine Oberstufe in Ahlhorn. Sollte diese nicht kommen, befürchtet Behr, dass die Eltern versuchen, ihre Kinder an anderen Gymnasien unterzubringen. „Es geht hier um Leben oder Sterben“, so der FDP-Politiker Michael Feiner.

Wenn das Bonhoeffer-Gymnasium nicht überlebt, müsste der Landkreis 300 weitere Schüler aus dem Sekundarbereich I in die überfüllten Gymnasien stecken, so Behr. Das GAG in Oldenburg bietet laut FDP-Fraktionschef Peter Schürmann, der eine Schülerin zitierte, schon heute „keine artgerechte Haltung mehr“.

Dass das Bonhoeffer-Gymnasium durch seine Überschaubarkeit sehr viel mehr Möglichkeiten hat, den einzelnen Schüler zu fördern, nannte Direktor Wolfgang Reich-Kornett als besonderen Pluspunkt. Eine solide Ausbildung in den Kernfächern mit Stärkung des sozialen Bereichs sei wichtiger als „Papageienprogramme mit bunten Hühnern“. Reich-Kornett: „Die Schüler fühlen sich bei uns wohl. Wir erhalten einhelliges Lob für unser gutes Lernklima und unsere gute soziale Betreuung.“