AHLHORN/GROßENKNETEN - Erste Früchte trägt die nachschulische Betreuung für benachteiligte Kinder aus sozialschwachen Familien, die seit Anfang Dezember 2007 an der Grundschule Ahlhorn angeboten wird. Als sozialpädagogische Fachkraft kümmert sich Kristin Averbeck derzeit um elf Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis elf Jahren. In einer ersten Bilanz vor dem Jugend-, Sport- und Sozialausschuss sprach sie jetzt von einer sehr positiven Entwicklung ihrer Schützlinge.
Durch die Nachmittagsbetreuung sinke das Störverhalten im Unterricht. Die Kinder seien entspannter bei der Sache, würden sich stärker mündlich beteiligen. Das Konfliktpotenzial verringere sich. Und in einem Fall würden die Lehrer sogar eine extreme Leistungssteigerung feststellen.
Benachteiligten Kindern eine Chance zu geben, steckt hinter dem Ahlhorner Projekt, das bis 2010 aus dem Landesprogramm „Familie mit Zukunft“ zu 50 Prozent bezuschusst wird.
Montags bis freitags von 12.50 bis 16 Uhr werden die Jungen und Mädchen betreut. Der Nachmittag beginnt mit einem Mittagstisch. Wichtiges Element ist laut Kristin Averbeck die Hausaufgabenhilfe. „Das ist wirklich das Fundamentale“, weiß sie zu berichten.
Freizeitangebote fehlen im Laufe der Woche natürlich auch nicht. Dabei stehen Sport und Bewegung ganz oben auf dem Programm. Gemeinsam geht’s auch immer donnerstags zum Schwimmen.
Viele lebenspraktische Dinge gehören ebenfalls zum Programm. Es geht um soziales Lernen, um Regeln und Rituale. Kristin Averbeck hat nur einige wenige feste Regeln aufgestellt, an die sich die Kinder halten müssen: Respektvoller Umgang gehört dazu, wie auch einander helfen und ruhig miteinander sprechen. Positives Verhalten der Kinder wird belohnt. Die „Lobzettel“ müssen die Kinder ihren Eltern zeigen.
Auf die Zusammenarbeit mit den Eltern legt Kristin Averbeck besonders großen Wert. Ohne die Eltern gehe es nicht. Gemeinsam mit den Eltern und den Lehrern würden individuelle Förderpläne für jedes Kind aufgestellt. Mindestens einmal im Monat finde eine Einzelfallberatung statt. Auch Elternabende würden angeboten.
Kommen die Eltern nicht in die Schule, geht die Sozialpädagogin in die Familien. „Bis jetzt wurde ich auch immer reingelassen“, berichtete sie von den Erfahrungen bei ihren Hausbesuchen. Viele Eltern seien bereit, Hilfe anzunehmen, meint Averbeck.
