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HAUPTSCHULE Nur wenige erhalten Lehrstelle

AHLHORN - Vorbereitung auf den Beruf noch stärker im Blickpunkt. Die Schule engagiert sich vielfältig.

Von Klaus Derke

AHLHORN - Von rund 80 Hauptschülern der neunten Klassen in Ahlhorn wird nach dem Abschluss im Sommer nur eine Hand voll eine Lehrstelle antreten. Das Gros der Hauptschulabsolventen geht nicht in die Ausbildung, sondern ins Berufsvorbereitungs- und Berufsgrundbildungsjahr. „Diese Entwicklung ist sehr bedauerlich“, stellte die Rektorin der Graf-von–Zeppelin-Schule, Jutta Borchers, beim Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley in Begleitung von örtlichen Christdemokraten und Bürgermeister Volker Bernasko fest. „Absagen, Absagen, Absagen . . .“, schilderte CDU-Ratsherr und Hauptschullehrer Rudolf Wübbeler die Bewerbungssituation der meisten Neuntklässler.

Dabei strampelt sich laut Jutta Borchers die Schule mächtig ab, um die Schüler auf den Beruf vorzubereiten. Im Zuge des Hauptschulprofilierungsprogramms haben Schul-Sozialarbeiterin Barbara Efthimiadis-Christidis (die Hälfte ihrer Stelle zahlt das Land, die andere Hälfte die Gemeinde) und das Lehrerkollegium eine große Zahl von Aktivitäten initiiert. Eine ganz Reihe von berufsorientierenden Projekten, zum Teil auch fächerübergreifend, gehören zum Programm. Es gibt unter anderem Betriebserkundungen, Ausstellungen, Seminare, Besuche von Ausbildungsplatzbörsen Infoabende zur Berufsfindung, intensives Bewerbungstraining, Aktionstage zum Berufsstart, Seminare zur Berufsvorbereitung und Training sozialer Kompetenzen. Eng wird mit außerschulischen Einrichtungen kooperiert. Der runde Tisch Schule/heimische Wirtschaft tagt regelmäßig. Die Berufsberatung kommt in die Schule. Das Beratungsteam der Schule steht mit Rat und Tat zur Seite. Die Praktika werden intensiv vor- und nachbereitet,

wobei auch die Praxistage im Zuge des Profilierungsprogramms im Block stattfinden. Regelmäßig kommen Experten ins Haus. Zurzeit baut ein Wahlpflichtkursus gerade eine Litfasssäule, über die Barbara Christidis wichtige Dinge mitteilen will. „Wir versuchen, ein positives Motivierungsgefühl in die Schule zu bringen“, so Christidis.

„Sehr gut, wie sie hier arbeiten“, lobte Bley das Engagement in der Ahlhorner Schule: „Das wird Früchte bringen.“ Bley hat jedenfalls das Gefühl, mit der Schulreform und der Stärkung der Hauptschule auf dem richtigen Weg zu sein. Der Erfolg aber werde sich erst in zehn bis 15 Jahren messen lassen.

Lehrern fehlt oft die Zeit für jeden einzelnen Schüler

Die Schule

muss das auffangen, was zum Teil im Elternhaus versäumt wird. Dazu benötigen die Lehrerinnen und Lehrer Zeit, die sie oft nicht haben. Zeit für jeden einzelnen Schüler, gerade an der Hauptschule. „Es macht schon sehr viel aus, ob ich 26 oder nur 20 Schüler in der Klasse habe“, berichtete Rektorin Jutta Borchers.

Die Möglichkeit

, auch mal kleinere Klassen zu bilden, war früher mit den so genannten Z-Klassen gegeben. Jetzt hat das Land die E-Klassen eingeführt, deren Beantragung in der Realität laut Jutta Borchers aber sehr schwierig ist.

Ungleich behandelt

fühlt sich die Hauptschule im Vergleich zum Gymnasium, was die Versorgung mit zusätzlichen Lehrerstunden für Spezialaufgaben angeht. Am Gymnasium gebe es zum Beispiel Stellen fürs Qualitätsmanagement oder für die Lernmittelausgabe. Solche Funktionsstellen würden auch der Hauptschule helfen, hieß es. Denkbar wäre zum Beispiel eine Lehrkraft mit der Sonderaufgabe „Berufsorientierung“.
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