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Prävention In Ahlhorn Mit den Augen eines Betrunkenen

Daniel Schumann

Ahlhorn - Im Sportzentrum Ahlhorn ist am heutigen Mittwoch der „Klarsicht“-Parcours zu Gast. Etwa 300 Schüler der Graf-von-Zeppelin-Schule und des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums nehmen an dem Präventionsprojekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) teil. Bereits am Dienstag, 7. Mai, war die Aktion an den Schulen gestartet.

Ziel des Projektes ist es, mit Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren ins Gespräch zu kommen, einen zwanglosen Rahmen für einen Austausch zu schaffen und die Schüler so dazu anzuregen, die eigene Einstellung gegenüber Alkohol und Zigaretten zu reflektieren und womöglich zu überdenken. Um diese beiden legalen Suchtmittel dreht sich der Parcours, der in der Sporthalle aufgebaut ist. An fünf Stationen werden die Schüler von Pädagogen erwartet, die zuvor von der BzgA geschult worden sind.

„Drunkbuster“

Mit dabei auch der sogenannte „Drunkbuster“: An dieser Station können die Teilnehmer die Welt mithilfe einer Rauschbrille mit den Augen eines Betrunkenen sehen. „Alles war total verschwommen, das möchte ich so nicht erleben“, sind sich Talea und Tamika aus der 9RA der Graf-von-Zeppelin-Schule einig.

Weitere Stationen bilden unter anderem ein Tabakquiz, bei dem die Gefahren für Gesundheit und Umwelt, die von Zigaretten ausgehen, erläutert werden. Die Station „Talkshow“ hält für die Schüler zudem die Möglichkeit bereit, eine eigene Geschichte um fiktive Charaktere zu ersinnen, die mit Alkohol oder Tabak in Berührung kommen. „Ein pädagogisch sehr guter Ansatz“, wie Dirk Richter, Schulleiter der Graf-von-Zeppelin-Schule, findet. Den Schülern werde so die Möglichkeit gegeben, anhand von lebensnahen Beispielen eine kritische Haltung einzunehmen, sagt Richter.

Initiiert hat das Gastspiel der BzgA Maria Rüschendorf von der Fachstelle für Suchtprävention der Diakonie im Oldenburger Land. „Solche Aktionen sind enorm wichtig, auch wenn der Trend zur Wasserpfeife und zur E-Zigarette geht“, findet Rüschendorf. Denn der Wechsel zur normalen Zigarette liege so recht nahe.

Auch Richter und Wolfgang Reich-Kornett, Leiter des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums, sehen, dass der Trend von der Zigarette weg geht. Reich-Kornett betont dennoch die Notwendigkeit derartiger Veranstaltungen. Richter hebt lobend hervor, dass den Schülern durch die Ansprechpartner an den Stationen eine ganz andere Möglichkeit geboten werde, sich mitzuteilen, als dies im schulischen Bereich der Fall sei. „Die Schüler öffnen sich hier ganz anders, so einen Zugang bekommt man als Lehrer in der Regel nicht.“

Ritualisierte Formen

Der Gedanke der BzgA ist es, nicht mit erhobenem Zeigefinger auf die Schüler zuzugehen. Ein Ansatz, den auch Martin Ahlrichs, Leiter des Jugendamtes des Landkreises Oldenburg für richtig hält. Wichtig sei für ihn, dass in der Auseinandersetzung mit der Thematik auch ritualisierte Formen von Suchtmittelkonsum zur Sprache kommen. „Der Kasten Bier in der Kabine nach dem Spiel kann für Kinder mit entsprechender Disposition problematisch werden“, erklärt Ahlrichs.

Richter betont zudem die Aufgabe der Schulen, die darin liege „den Menschen eine Perspektive zu geben, denn Menschen, die eine Perspektive haben, sind nicht so anfällig für eine Suchterkrankung.“

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