Ahlhorn - Großes Projekt mit 17 Schulklassen aus den Landkreisen Oldenburg, Cloppenburg, Vechta und der Stadt Oldenburg: Im Naturschutzgebiet Ahlhorner Fischteiche werden derzeit insgesamt 10 000 Buchen gepflanzt. Der „Projekttag für Klimabotschafterschulen“ führte am Donnerstag die 7c des Gymnasiums Wildeshausen in den Wald, wo etwa 600 Buchensetzlinge auf die Schüler warteten. In vier Gruppen ging es auf die etwa zwei Hektar große Fläche, in der ein Mischwald entsteht.
Ein neuer Mischwald
Viele der auf dem Gebiet vorherrschenden Fichten und Douglasien waren der Trockenheit des vergangenen Sommers und dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Hinzu kamen Stürme: Allein in der letzten Woche wurden sieben Bäume durch starke Winde entwurzelt. Durch die Pflanzung der Buchen und den so angelegten Mischwald wird der Wald in Zukunft weniger anfällig für Stürme sein, erläuterte Horst Wieting. Er ist der zuständige Förster und für das Waldpädagogikzentrum Weser-Ems tätig. „Wir hätten hier sowieso aufforsten müssen. Dass wir das in Kooperation mit den Schülern machen können, ist natürlich sehr schön.“
Drei seiner Kollegen betreuten am Donnerstag je eine Gruppe mit sechs oder sieben Schülern. Vorsichtigen Schrittes ging es vom Waldweg mitten ins Gehölz. Denn es waren schon Schulkassen vor Ort – da gilt es, die bereits geleistete Arbeit nicht zu ruinieren. Jede Gruppe bekam ein Stück Wald zugewiesen. Dort folgte zunächst eine kurze Einführung darüber, wie ein Setzling zu pflanzen ist. Dann teilten sich die Mädchen und Jungen in Zweiergruppen auf. Einer nahm den Spaten, einer ein Bündel Setzlinge und los ging’s.
Es dauerte kaum zehn Minuten und schon schallte es durch den Wald: „Wir brauchen eine neue Reihe!“ Die Förster der Niedersächsischen Landesforsten zogen mit ihren Stiefeln Reihe um Reihe für die zwei Jahre alten Buchensetzlinge, die frisch aus der Baumschule kamen.
Am Vormittag hatten die Schüler bereits an einem Seminar teilgenommen. Im Waldpädagogikzentrum ging es dabei um die Fragen: Was sind die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels und was können wir tun?
Erst Theorie dann Praxis
„Dafür, dass wir das hier das erste Mal machen, klappt es schon ganz gut“, lachten Lara (13 Jahre) und Anna-Britt (12), die sichtlich Spaß an ihrer Aufgabe hatten. „Wir gründen eine Schulbaumschule, wie wär das?“ flachsten sie mit ihren Mitschülern.
„Die 600 schaffen wir locker“, waren Ilona (14) und Melek (13) sich sicher, auch wenn die Arbeit bisweilen schwer fiel. „Es sind schon einige Steine und Wurzeln im Boden“, meinte Ilona. Dennoch: „Alle denken immer, es ist schwierig Bäume zu pflanzen, ist es aber gar nicht“, bemerkte Leonie (12).
Seit 2014 gibt es den Projekttag, der laut Wieting auch im kommenden Jahr fortgeführt werden soll. „Dieses Jahr war es besonders toll – es passt ja auch in die Zeit“. Der 61-Jährige spielt mit seiner Aussage auf den weltweiten Protest an, der jeden Freitag unter dem Motto „Fridays for Future“ Schüler auf die Straßen bringt. Das habe er auch an der sehr großen Nachfrage in diesem Jahr gemerkt – innerhalb einer Woche seien die 17 Termine vergeben gewesen, sagte Wieting.
Auch Lara und Anna-Britt hatten sich vergangenen Freitag am Streik in Wildeshausen beteiligt. „Das Thema Klimaschutz ist bei uns auf jeden Fall präsent – nicht nur im Unterricht, auch zu Hause und im Freundeskreis.“
„Heute leisten die Schüler einen praktischen Beitrag zum Klimaschutz“, merkte Wieting an. Jede Zweiergruppe hatte am Ende des Tages etwa 50 Buchen gepflanzt. An das Tempo eines professionellen Forstwirts, der etwa 1000 Bäume pro Tag schafft, kamen sie zwar nicht heran, aber die 600 Setzlinge waren innerhalb von einer guten Stunde im Boden.
