AHLHORN - Irgendwie hätte die bekannte Sportler-Hymne der „Höhner“ gut zu dem Abend gepasst: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ wäre ideale Hintergrundmusik gewesen, um die Stimmungslage von Eltern, Lehrern und Schülervertretern deutlich zu machen. Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) in Ahlhorn will die Oberstufe. Jetzt!
Eltern, Lehrer und Schüler sind mit ihrer Geduld am Ende. Das betonte Jörg Heitkamp vom Schulelternrat, nachdem er gemeinsam mit Dagmar Siegel auf einem spontanen Podium im Foyer die Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Bley (CDU) sowie Renate Geuter (SPD), Horst Witte (Landkreis), Bürgermeister Volker Bernasko, die Fraktionsvorsitzenden Astrid Grotelüschen (CDU), Peter Schürmann (FDP), Hartmut Giese (SPD) und Axel Janßen (KA) sowie Schulleiter Wolfgang Reich-Kornett begrüßte.
Es gibt ein Versprechen
Erinnert wurde an das Versprechen des Kultusministeriums, dass bei ausreichender Schülerzahl (mindestens drei Züge in drei aufeinander folgenden Jahrgängen) die Oberstufe genehmigt werde.
Gerade die Landtagsabgeordneten beteuerten, dass sie sich massiv für die Oberstufe einsetzen. Das gilt auch für MdL Christian Dürr (FDP), der durch FDP-Fraktionschef Peter Schürmann ausrichten ließ, dass der Ball zum Elfmeter schon bereit liege, der Anlauf schon genommen sei und das Leder nur noch im Tor „versenkt“ werden müsse.
Doch das scheint offenbar durch ein Störmanöver des Landrats behindert zu sein. Der habe in seiner Stellungnahme zum Oberstufenantrag für Ahlhorn die geplante IGS in Wardenburg ins Spiel gebracht und die Vermutung geäußert, dass dadurch Schüler in Ahlhorn verloren gingen, berichtete Abgeordneter Bley. Das müsse nun die Landesschulbehörde prüfen. „Wenn ich es jetzt zu entscheiden hätte, ich würde die Oberstufe genehmigen und der IGS eine Ablehnung erteilen“, so der CDU-Abgeordnete.
Dem Wettbewerb stellen
Auch Bleys SPD-Landtagskollegin Renate Geuter ließ keinen Zweifel daran, dass sie für die Oberstufe in Ahlhorn ist. Sie verwies auf die jüngste OECD-Studie, wonach im ländlichen Raum noch größere Potenziale für höhere Schulabschlüsse vorhanden seien. Die Ahlhorner Schule müsse sich – mit einer Oberstufe – dem Wettbewerb stellen können.
Eine attraktive Schule
Dass das DBG dabei nicht schlecht aussehen könnte, machte Schulleiter Wolfgang Reich-Kornett deutlich. Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium sei als kleinere Schule sehr attraktiv. Das sehen auch Eltern aus den Nachbargemeinden Hatten und Wardenburg so, die ihre Kinder nach Ahlhorn schicken – allerdings größtenteils in der Hoffnung, dass sie hier ihr Abitur machen können.
Hartmut Giese (SPD) verurteilte den jetzigen „Eiertanz“. „Die Landesregierung steht im Wort bei uns. Daran werden wir sie immer wieder erinnern“, meinte auch Peter Schürmann (FDP).
Bürgermeister Volker Bernasko erinnerte daran, dass die Gemeinde ihre Hausaufgaben gemacht hat. Wer glaube, dass künftig alle Eltern ihre Kinder zur IGS schicken wollten, der befinde sich auf dem falschen Dampfer.
