AHLHORN - „Kann ich mal ein Pflaster haben?“ Diesen Satz hören die Sekretärinnen im Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Ahlhorn oft. Ein Griff zu Schere und Pflasterband und das Problem ist gelöst. Aber auch für den Fall, dass ein Pflaster für die Behandlung einer Verletzung nicht ausreicht, ist die Schule zukünftig gerüstet. Nach langem Büffeln im Rahmen der Ersten Hilfe mit insgesamt 60 Unterrichtsstunden, die die zehn Schülerinnen und Schüler jeweils an den Wochenenden auf sich nahmen, war am Sonnabend die Prüfung. Ab Februar sind die Schulsanitäter im Dienst: morgens schon ab 7.30 Uhr und bis nachmittags um 14.50 Uhr.

Sie werden aber nicht nur im Schulbetrieb, sondern auch an schulischen Sportveranstaltungen wie Leistungswettkämpfen und sogar im Jugend-Waldeinsatz eingesetzt, um schnelle Hilfe leisten können. Langfristig wäre auch die medizinische Begleitung von Klassenfahrten möglich, so der Betreuer und Ausbilder von den Johannitern, Andreas Böden. Die hauptsächliche Aufgabe der Schulsanitäter sei jedoch die Sicherstellung der sanitätsdienstlichen Betreuung der Schüler und Lehrer. Dies beinhaltet die Erstversorgung von Personen und reicht von Verbänden bis hin zu Lebensrettenden Sofortmaßnahmen während des Schulalltags.

Die 14- bis 16-jährigen Jugendlichen haben zudem signalisiert, am Programm „14 +“ der Johanniter teilzunehmen. Hier soll das Wissen mit weiteren theoretischen und praktischen Fortbildungsstunden, unter anderem zum Thema Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahmen, ergänzt werden. Zusammen mit Betreuungslehrer Bernd Nee wollen die Johanniter die Dienste der Schülerinnen und Schüler einteilen. Ausgerüstet mit einem Handy werden sie zu den Einsätzen alarmiert. „Leider verfügen wir in der Schule über keine Lautsprecheranlage, so dass es eben übers Handy funktionieren muss“, erläuterte Max Hunger, Lehrer des Gymnasiums. Die Erstversorgung verletzter oder erkrankter Mitschüler findet in einem Sanitätsraum statt. „Und vielleicht ist das Martinshorn zukünftig nicht mehr so oft an der Schule zu hören“, so die Hoffnung von einigen. Denn oft wird zu schnell vor allem bei banalen Verletzungen oder Erkrankungen der Krankenwagen alarmiert, hieß es am Sonnabend. Der Schulsanitätsdienst könne in diesen

Fällen eine Notfall-Anfahrt ersparen.

Auf eine besondere Veranstaltung freuen sich die neuen Schulsanitäter schon jetzt. Bereits im August soll die Gruppe am Niedersächsischen Erste-Hilfe-Landeswettkampf in Salzgitter teilnehmen, erklärte Böden.