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Schulzentrum In Ahlhorn Von Sorgen um den schönen Pausenhof


Das Schmuckstück des neuen  Pausenhofs   im Schulzentrum Ahlhorn: das Klettergerüst. Es ist  außerhalb der Schulzeiten öffentlich zugänglich.  
Ulrich Suttka

Das Schmuckstück des neuen Pausenhofs im Schulzentrum Ahlhorn: das Klettergerüst. Es ist außerhalb der Schulzeiten öffentlich zugänglich.

Ulrich Suttka

Ahlhorn - Seit rund 20 Jahren ist Mario Kahlen als Hausmeister im Ahlhorner Schulzentrum tätig. Dass Gegenstände kaputt gehen, kann an zwei großen Schulen wie der Graf-von-Zeppelin-Schule und dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium passieren. Auch Fälle von Vandalismus, der mutwilligen Zerstörung von Sachen, hat es schon früher gegeben. Und doch hat sich etwas geändert, besonders außerhalb der Unterrichtszeiten. „Das ist in den letzten zehn Jahren schlimmer geworden“, schildert Kahlen seinen Eindruck über die Schäden durch Vandalismus. Woran das liege: „Die Hemmschwelle ist weg.“

Seien die Taten früher eher „Blödsinn“ gewesen, würden heutzutage die Sachen bewusst zerstört. Selbst bei direkter Ansprache und dem Verweis auf das Einschalten der Polizei würde das die Täter oft nicht mehr interessieren, so seine Erfahrung.

Diverse Vorfälle

Gerade in den vergangenen Monaten ist es auf dem weitläufigen Gelände außerhalb der Unterrichtszeiten zu Sachbeschädigungen gekommen, wie Großenknetens Erster Gemeinderat Klaus Bigalke bestätigt. Abends und nachts, nicht zuletzt am Wochenende, wenn das Schulzentrum verlassen ist, sei es immer wieder zu Vorfällen gekommen. Einschlagen von Fensterscheiben, Farbschmierereien und andere Beschädigungen gehören dazu.

Der jüngste Vorfall ist gerade erst in der Nacht von Freitag auf Samstag passiert. Unbekannte Täter haben an Fassaden, Außenmauern und sogar auf dem Schulauto ihre Farbschmierereien hinterlassen, oft unflätige Bemerkungen, wie Mario Kahlen berichtet. Auch eine Holzbank wurde verschmutzt. Eine vierstellige Summe fällt allein in diesem Fall für die Graffitibeseitigung an. Wie immer hat die Gemeinde Großenkneten Strafanzeige gestellt, wobei die Täter mangels Zeugen selten geschnappt werden. Klaus Bigalke weiß von einem Fall, bei dem schließlich Schülerinnen als Täter ermittelt worden waren.

Bei der Einweihung des ersten Abschnitts des Schulhofs am 5. September mit Investitionen von rund 300 000 Euro war die Sorge vor dem Vandalismus ein Thema gewesen. Unter dem Stichwort „Öffentlichkeit und Prävention“ sprach der Leiter der Graf-von-Zeppelin-Schule, Dirk Richter, von seinen anfangs „gemischten Gefühlen“, das neue Klettergerüst der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese Skepsis sei aus den bisherigen Erfahrungen mit dem Schulhof entstanden.

Richter ist aber inzwischen etwas anderer Meinung: „Gewichen ist sie jetzt dem Wunsch, dass möglichst viele zivilcouragierte und verantwortungsvolle Menschen das Areal nutzen und es wertschätzen. Der Wunsch, dass eine soziale Kontrolle durch ein soziales Miteinander entsteht.“

Videoüberwachung

Dieser Hoffnung schloss sich der Leiter des Gymnasiums, Wolfgang Reich-Kornett, seinerzeit an. „Tagsüber wird nichts passieren“, zeigte er sich sicher. Für die anderen Zeiträume müsse man sich aber womöglich Gedanken über eine Videoüberwachung machen, sagte er.

Diese Möglichkeit wird im Rathaus bereits geprüft, wie Klaus Bigalke bestätigte. Das geschehe gemeinsam mit dem Landkreis Oldenburg, der neben der Gemeinde (Graf-von-Zeppelin-Schule) der andere Schulträger (Gymnasium) ist. „Es ist bedauerlich, dass wir uns solche Überlegungen machen müssen“, meinte er zu den gehäuften Vandalismusvorfällen. Zudem werde im Rathaus über Maßnahmen wie Beleuchtung und Bewegungsmelder nachgedacht. Von der Straße Westerholtkamp ist der Schulhof de facto nicht einsehbar.

Grundsätzlich müsse das Areal öffentlich zugänglich sein, wie Bigalke erläuterte. In der neuen Schulhofgestaltung stecken nämlich erhebliche Fördermittel aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“. Es ist eine der Voraussetzungen für den Erhalt der Zuschüsse, dass die Projekte öffentlich zugänglich sind. Möglich wäre es allenfalls, Öffnungszeiten festzulegen. Auch das ist in der Prüfung.

Nach rund einem Monat ist das Klettergerüst übrigens – abgesehen von Nachbesserungsarbeiten aus Sicherheitsgründen – im Urzustand. Der Wunsch von Richter nach einem wertschätzenden Umgang hat sich bis jetzt erfüllt.

Ulrich Suttka
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