Ahlhorn - Der ambulante Hospizdienst der Johanniter in der Gemeinde Großenkneten verstärkt sein Führungsteam. Mareike Scheper unterstützt künftig mit 15 Stunden in der Woche als Koordinatorin die Leitende Koordinatorin Petra Janssen. Grund ist die stark steigende Zahl an Sterbebegleitungen, die die 15 ehrenamtlichen Hospizhelferinnen durchführen, so die Johanniter. Im vergangenen Jahr waren es 17 Begleitungen, diese Zahl ist für 2019 bereits jetzt erreicht.
Den Begleitungen voraus gehen intensive Beratungen mit den Betroffenen und deren Angehörigen, die von der Koordinatorin durchgeführt werden. „Das war alleine nicht mehr zu schaffen“, erklärt Janssen, die selbst 20 Stunden in Teilzeit beschäftigt ist.
Der ambulante Hospizdienst der Johanniter in der Gemeinde Großenkneten wurde 2013 gegründet. Organisiert wurde er von der damaligen Mitarbeiterin Karin Pascher. 2015 kam Petra Janssen als Koordinatorin hinzu. Als Pascher 2018 in den Fachbereich Breitenausbildung wechselte, überlegten Janssen und Dienststellenleiter Martin Gobert, ob die Position nachbesetzt werden soll. „Wir haben uns entschieden, statt einer Mitarbeiterin eine Koordinatorin einzustellen, um die Führung zu stärken“, erläutert Gobert. Nach langer Suche hat jetzt Mareike Scheper diese Stelle angetreten.
Die gelernte Krankenschwester war während ihrer Ausbildung im Marienhospital in Vechta unter anderem in der Onkologie eingesetzt. „Dort kommt man schnell mit dem Tod in Berührung“, sagt die 27-Jährige. Nach ihrem Umzug nach Oldenburg bildete sie sich als Pflegeberaterin weiter.
Zweimal traf sie sich mit Petra Janssen, die Gespräche dauerten jeweils mehr als zwei Stunden. „Das passte einfach von Beginn an.“ Die fehlenden Ausbildungen in Palliative Care und den Koordinatoren-Leitungslehrgang holt sie jetzt nach. Sehr positiv seien die unterschiedlichen Qualifikationen der beiden Koordinatorinnen. Janssen bringt ihre Ausbildung und Erfahrung als Diplom-Sozialpädagogin ein, Scheper ihr Wissen als Krankenschwester und Pflegeberaterin.
Bei den Gesprächen geht es darum, für den Betroffenen und die Angehörigen den konkreten Bedarf zu ermitteln, ein Netzwerk zu knüpfen, damit der Betroffene zu Hause sterben kann, und die geeignete Begleitung zu finden. Die Hospizhelferinnen arbeiten ehrenamtlich, der Hospizdienst wird mit Spenden und Zuschüssen der Krankenkassen finanziert. Was viele nicht wissen: Betroffene haben einen Anspruch auf hospizliche Begleitung, für die es Zuschüsse der Kassen gibt. Auch darüber klären die Koordinatorinnen auf.
