Schortens - Als der Kindergarten Schortens vor 20 Jahren aus dem Schulgebäude der Grundschule an der Plaggestraße auszog und gleich dahinter seinen Neubau bezog, da war von Krippengruppen, von flexiblen Öffnungszeiten, von Integration und Inklusion noch keine große Rede. Man brachte die Kinder morgens um 8 – und holte sie um 13 Uhr wieder ab. Kinder- und Familienfreundlichkeit galten bei so manchem noch als „Gedöns“, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielte noch keine große Rolle.

„Da hat sich in der Zwischenzeit unheimlich viel gewandelt, Gott sei Dank“, sagt Susanne Schwieder, die vor zwei Jahren die Leitung des Schortenser Kindergartens übernahm. Mit 92 Kindern, um die sich insgesamt 15 Erzieherinnen kümmern, ist die Einrichtung an der Plaggestraße eine der größeren im Stadtgebiet. Drei Gruppen mit 25 Kindern, darunter eine Ganztagsgruppe, sowie eine ganztägige Integrationsgruppe mit 17 Kindern besuchen heute den Kindergarten.

Das 20-jährige Bestehen des Kindergarten-Neubaus – den Kindergarten Schortens gibt es schon vier Jahre länger – haben Kinder mit ihren Eltern, Geschwistern, Großeltern und Erziehern mit einem quietschvergnügten Sommerfest mit vielen Spielständen, Liedern und Tänzen gefeiert.

Heute freuen sich Eltern über „kompakte Betreuung“, wie Bürgermeister Gerhard Böhling betonte. Kindergarten, Krippe und Grundschule an einem Standort. Eltern bringen sich aktiv in die Kindergartenarbeit ein. Pädagogische Ansprüche wuchsen, Öffnungszeiten wurden erheblich ausgeweitet und den Bedürfnissen der Eltern angepasst, Krippengruppen für die allerkleinsten eingerichtet.

Aber es gibt auch Wünsche: Die Mittagsverpflegung sei noch sehr behelfsmäßig, sagt Schwieder. Sie hofft, dass im Investitionsprogramm der Stadt bald noch etwas übrig ist für einen Schlafraum und einen kleinen Speiseraum für die Kinder. 

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever