ALTENOYTHE - In der Gedenkstätte Sachsenhausen schilderte eine Zeitzeugin Erlebtes aus der Nazi-Zeit. Interessiert hörten die Jugendlichen zu.

Von Thomas Haselier

ALTENOYTHE - „Sie haben der Hauptschule insgesamt Ehre gemacht“ – so bilanziert Maria Norrenbrock eine fünftägige Berlin-Fahrt, an der zwei 9. Klassen der Altenoyther Heinrich-von-Oytha-Schule und eine 9. Klasse der Friesoyther Elisabethschule teilgenommen hatten. Die Lehrerin an der Altenoyther Schule ist stolz auf die rund 50 Jugendlichen, die sich bei einem umfangreichen Bildungsprogramm in der Bundeshauptstadt wacker geschlagen haben.

Die Führung durch die Gedenkstätte Sachsenhausen geriet zu einer betroffen machenden Reise in den dunkelsten Teil deutscher Geschichte, weil die Schülerinnen und Schüler dabei zufällig auf eine Zeitzeugin aus Belgien trafen, die ebenfalls die Gedenkstätte besuchte und den jungen Leuten authentisch von der damaligen Zeit berichten konnte. „Das war schon ziemlich heftig“, kommentierte die 16-jährige Jaclyn Mongold die Schilderungen der alten Dame. Auch der Besuch eines ehemaligen Stasi-Gefängnisses mit Verhör- und Folterräumen löste deutliche Betroffenheit bei den Jugendlichen über die Machenschaften eines anderen Unrechtsregimes aus. Die historischen Progammpunkte waren zuvor im Geschichtsunterricht in der Schule vorbereitet worden. Im Jugendtheater Strahl wohnten die Altenoyther und Friesoyther Jugendlichen einer ganz besonderen Aufführung von „Romeo und Julia“ bei.

Trotz des dichten Bildungs- und Besuchsprogrammes blieb für die Jugendlichen noch genug Raum für Spaß und Unterhaltung. Eine selbst inszenierte Karaoke-Show gehörte ebenso dazu wie ausgiebige Stadtbummel im Zentrum von Berlin. „Besonders hat uns auch der gute Zusammenhalt der Schülerinnen und Schüler beider Schulen gefallen“, freute sich auch Lehrerin Beate Rottmann-Syga nach der Fahrt, was nicht selbstverständlich gewesen sei. Zu der vierköpfigen Lehrergruppe gehörten außerdem Thomas Künzler und Reinhold Kempermann.