ALTENOYTHE - Der Liedtext erzählt von einem ganz normalen Jugendlichen, der mit den alltäglichen Problemen des Lebens kämpft. Es geht um Straßengangs. Um den Tod, die Zukunft und das Überleben. Und um Lebensträume, Liebe und Freundschaft. Die 40 Schülerinnen und Schüler der Englisch-A-Kurse aus den drei zehnten Klassen der Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe hören den englischen Text, besprechen und interpretieren ihn. Dann hören sie das Lied: „Young man“. Live gesungen im Klassenzimmer.

Es ist dieses Mal eine etwas andere Unterrichtsstunde. Franke Pharoah, der in London und Friesoythe lebende amerikanische Soulsänger, ist auf Einladung der Schüler in die Hauptschule gekommen. Es ist sein Lied, sein Text, den die Schüler schon vor Tagen mit ihren Lehrerinnen Maria Norrenbrock und Ursula Olschewski im Unterricht durchgenommen haben. Alisha Luttmann (15): „Wir haben uns auf den Besuch von Franke gut vorbereitet.“

Sie reden mit dem Sänger über London, über die große Stadt mit der vielen Kriminalität. Peter Kösters (16) ist beeindruckt: „Franke erzählt, was da mit den Straßengangs abläuft. Da gab es in diesem Jahr schon 25 Tote.“ Die Botschaft des Sängers kommt bei den Schülern an. Tom Blechschmidt (18) jedenfalls hat sie verstanden: „Worte sind besser als Waffen.“ Auch Sheryda Hagelmann (15) sieht einen Sinn in dieser Art lebenspraktischen Unterrichts: „Das ist ein sehr schönes Lied. Der Text regt mich zum Nachdenken an.“ Alisha Luttmann hat das Lied ebenfalls „sehr berührt“.

Franke Pharoah ist gerne in die Schule gekommen: „Das ist auch für mich eine neue Erfahrung. Es ist eine interessante Art des Englisch-Unterrichts. Mir macht es sehr viel Spaß, denn ich kann hier meine Musik präsentieren. Und das sehr direkt, denn „Young man“ macht die Probleme der Jugendlichen unmittelbar deutlich. Auch wenn die in London sicher sehr viel größer sind. Und es ist natürlich auch etwas völlig anderes als Heavy metal oder Hiphop."

Der Unterricht an der Seite des Sängers zeigt nachhaltige Wirkung. Christina Gerdes (16) fällt es leichter, sich im Gespräch mit Franke zu äußern, als im normalen Unterrichts-Alltag gegenüber der Lehrerin. Es sei eben einfacher, sich mit einem Amerikaner in dessen Sprache zu unterhalten. Nick Guk (18) ist begeistert: „Franke vermittelt die Kraft, an sich selber zu glauben.“ Auch Yildiz Kacar (19) zeigt sich beeindruckt. Franke sei eine starke Persönlichkeit, sagt der Schüler. Lehrerin Maria Norrenbrock stimmt ihm zu. Der neue pädagogische Ansatz mit Franke als „Gastlehrer“ soll keine Eintagsfliege bleiben. Maria Norrenbrock: „Franke geht auf die Schüler zu. Sie hören ihm interessiert zu, wenn er aus seinem Leben berichtet.“

In zwei Monaten, so verspricht der Sänger, kommt er wieder in den Unterricht nach Altenoythe. Ähnliche andere Projekte mit Franke Pharoah sind inzwischen auch an anderen Schulen in der Region geplant. So hat der Musiker aus London einen Besuch an der Böseler Schule bereits fest im Terminplan vermerkt.