ALTENOYTHE - Mit einer zum Schuljahresbeginn gestarteten neuen Klasse für lern- und motivationsschwache Jugendliche will die Friesoyther Heinrich-von-Oytha-Hauptschule in Altenoythe Jugendlichen den späteren Start in das Berufsleben erleichtern. Diese Klasse 8 e ist am Donnerstag mit 19 Schülerinnen und Schülern gestartet. Es ist die einzige Klasse dieser Art an Schulen im Landkreis Cloppenburg. Sie wurde jetzt von Cloppenburg nach Friesoythe verlegt. In ganz Niedersachsen gibt es 24 solcher Klassen.
Um eine bessere individuelle Betreuung der Schüler zu gewährleisten, wurde neben einer zusätzlichen Lehrkraft eine Sozialpädagogin eingestellt, die als so genannte „Berufsstartbegleiterin“ die neue Altenoyther Schulklasse und die „Schnittstelle Berufsleben/Praktikum“ betreut. Um den Schülern zudem die berufliche Orientierung zu erleichtern und sie bereits frühzeitig mit den Herausforderungen des Berufslebens zu konfrontieren, werden sie an zwei Wochentagen Praktika in örtlichen Betrieben ableisten. An den drei verbleibenden Tagen gibt es für sie täglich acht Stunden Unterricht. Im Unterschied zu den anderen regulären Schulklassen des Jahrgangs wird in der neuen Klasse sieben statt fünf Stunden Mathematik- und Deutschunterricht erteilt.
Hermann Reiners, Leiter der Schule, im Gespräch mit der NWZ : „Das Projekt läuft über zwei Jahre. Die Schülerinnen und Schüler können dann die Schule mit dem Hauptschulabschluss verlassen. Das ist das vorrangige Ziel. Sie müssen jedoch die gleichen Leistungen wie die Schüler der regulären Klassen bringen.“ Jetzt sucht die Hauptschule Unternehmen aus der Region, die den Schülern der Klasse 8 e eine ausreichende Zahl an Praktikumsplätzen zur Verfügung stellen. Interessierte Firmen können sich in der Hauptschule in Altenoythe ( 04491/40566) melden.
Hermann Reiners: „Unsere Schülerinnen und Schüler sollen die Arbeitswelt kennen lernen. Wir sind für jede Unterstützung der Firmen dankbar und streben Partnerschaften zwischen Schule und Betrieben an. Optimal wäre es, wenn am Ende die Vermittlung von Schülern in feste Ausbildungsverhältnisse klappt.“
Es werden Firmenvertreter in die Schule kommen und dort ihre jeweiligen Unternehmen, Arbeitsweisen und Ausbildungsmöglichkeiten vorstellen. Auch ehemalige Schüler der Heinrich-von-Oytha-Schule werden über ihren Start in das Berufsleben berichten.
Schulleiter Hermann Reiners misst dem Projekt große Bedeutung bei. Reiners zur NWZ : „Vor dem Hintergrund der derzeitigen öffentlichen Diskussion über die Zukunft der Hauptschule in Deutschland bietet das Projekt für lern- und motivationsschwache Schülerinnen und Schüler vielleicht die Chance, die Hauptschule künftig anders zu gestalten.“ Nach Ansicht des Altenoyther Pädagogen muss die Hauptschule sehr viel stärker berufsorientiert arbeiten. Dazu sei der ständige Kontakt und Austausch mit den örtlichen Unternehmen wichtig.
Insgesamt sind am Donnerstag 436 Schülerinnen und Schüler an der Heinrich-von-Oytha-Schule in das neue Schuljahr gestartet. Nach Angaben von Schulleiter Hermann Reiners haben sich die Schülerzahlen im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Unterrichtet werden die Schüler weiterhin in insgesamt 20 Schulklassen, die in diesem Jahr um die Klasse für lern- und motivationsschwache Schüler erweitert werden.
