ALTENOYTHE - „Wir wünschen uns eine Vereinfachung beim Bildungs- und Teilhabepaket“, sagte Rasmus Braun, Schulleiter der Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe, bei einem Treffen mit CDU-Bundestagsabgeordneten Franz-Josef Holzenkamp. Der Politiker war am Mittwoch zu Besuch in der Hauptschule, in der er 1975 selbst seinen Schulabschluss machte. Braun nutze die Gelegenheit, um Holzenkamp die Problematik bei der Antragstellung aufzuzeigen. Zu viele Akteure seien daran beteiligt. Das sei zu umständlich und zudem Verschwendung von Steuergeldern.
Zum Hintergrund: Das Bildungs- und Teilhabepaket soll Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien zum Beispiel eine Klassenfahrt, das Mittagessen in der Mensa oder Nachhilfestunden ermöglichen. Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungspaket haben Kinder, deren Familien Wohngeld und/oder Kinderzuschlag (derzeit 5300 Kinder im Landkreis) beziehen, Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (2500 Kinder), der Sozialhilfe oder dem Asylbewerberleistungsgesetz (rund 100 Kinder) beziehen. Wohngeld- und Kinderzuschlagbezieher stellen ihre Anträge beim Landkreis, Arbeitslosengeld-II-Empfänger müssen sich an die Jobcenter wenden und Sozialhilfeempfänger an die Städte und Gemeinden, in denen sie leben. Drei zuständige Behörden seien zu viel, wird seitens der Schule bemängelt.
An der Altenoyther Hauptschule nehmen 80 bis 90 Schüler der insgesamt 351 Schüler das Bildungs- und Teilhabepaket in Anspruch, teilte Konrektor Wilhelm Wewer im Gespräch mit Holzenkamp, an dem auch Erster Stadtrat Dirk Vorlauf und stellvertretender Bürgermeister Karl Schwienhorst teilnahmen, mit. An der Schule werden Kinder direkt auf das Angebot angesprochen, so Wewer. Etwa wenn beobachtet wird, dass ein Schüler kein Frühstück dabei hat. Auch der Konrektor würde sich schlankere Strukturen wünschen.
Holzenkamp nahm die Anregungen der Schulleitung auf und versprach, sich diesbezüglich mit dem Bundesfamilienministerium in Verbindung zu setzen. Er sehe ein, dass die Antragstellung „eventuell anders organisiert werden muss“. Vorstellbar sei, dass die Schule selbst ein zentraler Punkt bei der Antragstellung werde.
Seit dem 1. April 2011 gibt es das Teilhabepaket und ist nach zögerlichem Start ein Erfolg – über 9200 Anträge wurden im Landkreis Cloppenburg bisher gestellt.
