ALTENOYTHE - Dass Untersuchungen für eine Diplomarbeit nicht nur demjenigen nützen, der sie durchführt, sondern auch eine wertvolle Grundlage für die Arbeit in der Behindertenhilfe sein können, bewies Andrea Hoppe aus Bösel jetzt mit der Präsentation ihrer Ergebnisse in der Zentralstelle des Caritas-Vereins in Altenoythe. Mehr als ein halbes Jahr lang hatte die heute 25-Jährige Studentin der Hochschule Vechta die Arbeit in den verschiedenen Einrichtungen des Caritas-Vereins begleitet und innerhalb ihres Studiengangs Pädagogik eine Diplomarbeit über die Förder- und Entwicklungsplanung in der Behindertenhilfe verfasst. Für die daraus gewonnen Erkenntnisse bedankte sich Andreas Wieborg, Bereichsleiter Teilhabe am Arbeitsleben, unter anderem mit einer selbst designten Kerze von den Beschäftigten der Sozialen Arbeitsstätte Altenoythe.
Ein Grund für Andrea Hoppe, den Bereich der Förderplanung genauer zu beleuchten, war die Einführung des Persönlichen Budgets 2008. Das ist ein Geldbetrag, mit dem behinderte Menschen und chronisch Erkrankte selbstständig Hilfeleistungen für die Bewältigung des Alltags bezahlen können. „Die Menschen sind so flexibler, können am gesellschaftlichen Leben teilhaben und ein selbstbestimmtes Leben in betreuten Wohngruppen führen“, erklärt Andrea Hoppe.
Im Theorieteil ihrer Arbeit geht sie auf den Begriff Behinderung ein, erörtert Themen wie Teilhabe am Arbeitsleben und beschrieb den Aufbau einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Im Praxisteil beschreibt sie die Arbeit des Caritas-Vereins sowie den Bereich Teilhabe am Arbeitsleben. Grundlagen ihrer Forschungen sind Leitfaden-Interviews, die sie mit jeweils vier Beschäftigten, Gruppenleitern und Mitarbeitern des Sozialen Dienstes führte. Darin ging es um Formulare zur Förderplanung, Zielformulierung, Prozessbeteiligung und Änderungswünsche.
„Es sind sehr wertvolle Erkenntnisse, die wir daraus ziehen konnten. Gut finden wir, dass Sie das ganze auch kritisch betrachtet haben“, lobte Wieborg. Als Verbesserungsvorschläge nannte Andrea Hoppe etwa die Einführung einer monatlichen Bereichsbesprechung aller Mitarbeiter, das Weglassen mehrerer Formulare sowie eine individuelle Terminfestlegung mit den Beschäftigten zur Überprüfung der Zielfeststeckung.
