Altenoythe - Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand, aber auch bei anderen lebensbedrohlichen Notfällen, zählt jede Sekunde. Bis der Rettungsdienst eintrifft, hängt das Leben der Betroffenen von spontan und beherzt zupackenden Ersthelfern ab. Jährlich erleiden circa 70 000 bis 100 000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Fatalerweise ist die Bereitschaft, mit der Wiederbelebung zu beginnen, viel zu gering. Das sagt Carmen Niemann, Fachbereichsleiter Jugend bei der Johanniter-Unfall-Hilfe Cloppenburg.

Sie war am Freitag in der Heinrich von Oytha Oberschule in Altenoythe zu Gast, um die Schüler über lebensrettende Maßnahmen zu informieren – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Ganz schön ins Schwitzen kamen die Siebtklässler bei der Ausbildung in Wiederbelebung. Unter der Aktion „Herzensretter“ finden sich drei Angebote für alle, die im ersten Schritt die Wiederbelebung nur als Teil der Ersten Hilfe kennenlernen wollen. Dabei kann man die drei Kursangebote nacheinander besuchen. Die Formel dieses Konzeptes lautet „Prüfen-Notruf-Helfen“. Die Ausbildung beginnt im siebten Jahrgang mit der Auszeichnung „Herzensretter Bronze“ und beinhaltet das „Drücken“, die Auszeichnung „Silber“ hat „Drücken und Beatmen“ als Schwerpunkt und die Auszeichnung Gold die „Wiederbelebung mit Defibrillator“.

„Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde“, machte Niemann deutlich. Professionell leitete sie die Siebtklässler durch die Ausbildung, gab Infos, leistete Hilfestellung, korrigierte und achtete genau auf die richtige Ausführung der Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Nach der Theorieunterweisung ging es an die Praxis. Die Schüler mussten die Wiederbelebung selbst an einer Puppe ausprobieren. In den kommenden Wochen werden sich dann die Schüler der Klassen acht bis zehn als Lebensretter versuchen.