ALTENOYTHE - „Was soll das? Warum soll ich dahin gehen?“ Die Frage aus der Runde der Zehntklässler der Heinrich-von-Oytha-Hauptschule Altenoythe an Lehrerin Ulla Olschewski macht deutlich, dass die meisten der Jungen und Mädchen mit der bevorstehenden Kommunalwahl nicht sehr viel anfangen können. Die meisten Jugendlichen in der Klasse sind älter als 16 Jahre und dürfen erstmals in ihrem Leben an einer Kommunalwahl teilnehmen.

Zuhause sei die Wahlbenachrichtigung per Post eingetrudelt. Kommentar der Eltern: „Wenn Du darüber nichts weiß, dann schmeiß das Papier weg.“ Nur vier Schüler der Klasse melden sich auf die Frage, ob die Kommunalwahl ein Thema in ihrer Familie ist. Ulla Olschewski: „Deshalb sprechen wir nun im Unterricht über die Wahl.“

Der Unterricht war ganz offensichtlich impulsgebend. Einige der Schülerinnen und Schüler haben sich im Internet informiert, zum Beispiel über die Kandidaten in Friesoythe. Auch die Wahlplakate haben sie wahrgenommen und erinnern sich an den Slogan der CDU „Gemeinsam für Friesoythe“. Den in die Haushalte geschickten Info-Brief der SPD haben einige Schüler der Klasse gelesen. „Da geht es auch um bessere Bildung und die Schulen,“ haben sie sich gemerkt.

Gibt es Themen, die die jungen Leute vermissen? Die Antworten kommen wie aus der Pistole geschossen: „Jugendzentrum, Jugend und Soziales, ein besseres Schwimmbad für Friesoythe, möglichst mit einer großen Wasserrutsche.“ Mehr Geschäfte wünschen sich die meisten Mädchen: „Dann müssen wir zum Einkaufen nicht immer nach Cloppenburg fahren.“ Auch seien viele Spielplätze marode. Dort müssten die Spielgeräte repariert werden. In ihrer Schule in Altenoythe sehen sie Nachholbedarf: Die Toilettenanlagen seien eine Zumutung, weil sie alt und oft defekt seien.

Ob sie Kandidaten kennen? Ja, sagt einer der Schüler, sein Nachbar kandidiere für den Stadtrat. Namen fallen. Erich Eilers aus Neuscharrel, Günter Witte aus Friesoythe oder Marlene Altevers aus Altenoythe sind bei den Schülern bekannt. Mehr nicht.

Es stört die Schüler, dass die Kandidaten sich ihnen nicht vorstellen. Ulla Olschewski: „Das kommt leider viel zu kurz.“