ALTENOYTHE - „Das Thema stieß bei unseren Schülern auf großes Interesse,“ sagen Ulla Stolle und Ursula Olschewski, Lehrerinnen an der Heinrich-von-Oytha-Hauptschule in Altenoythe. Die Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 war der Beginn des Holocaust. Die Schule hat dieses Thema in jedem Jahr auf dem Unterrichtsplan. Ursula Olschewski: „Es hat mich positiv überrascht, dass einige der Schüler sich unabhängig vom Unterricht mit dem Thema befasst haben. Sie haben sich sogar im Internet informiert und dazu Bücher gelesen.“

Die Behandlung der Judenverfolgung war jedoch nicht nur trockenes Thema im Unterricht. Die Schüler fuhren mit ihren Lehrerinnen nach Esterwegen, informierten sich dort über die Emslandlager. Außerdem haben sie das ehemalige KZ Sachsenhausen besucht. Ulla Stolle: „Dabei wurde auch der Bogen geschlagen zu aktuellen Ereignissen. Da ging es dann auch um rechte Gewalt und Neonazis.“

Maxim Schneider (18) erinnert sich an einen interessanten Unterricht: „Da habe ich erfahren, dass in der Pogromnacht die jüdischen Geschäfte von den Nazis geplündert und zerstört wurden. Auch wurden Bücher verbrannt.“ Patrick Fründt (16): „Auslöser war der Mord am deutschen Botschafter in Paris.“ Und Schülerin Marie Steinhage ergänzt (16): „Der Täter war ein 17 Jahre alter Jude. Seine Eltern wurden deportiert.“

Matthias Neie (17) sieht einen aktuellen Bezug zu den Ereignissen von 1938: „Viele Menschen fragen sich, warum heute an die Pogromnacht erinnert wird. Ich glaube, das damit eine abschreckende Wirkung erzielt wird, damit sich der Nationalsozialismus nicht noch einmal in Deutschland entwickeln kann.“