ALTENOYTHE - Gespannt sitzen die Schüler der 7a der Heinrich-von-Oytha-Schule Altenoythe in ihrem Klassenraum, der am Montag in ein Theater verwandelt wurde. Zu Gast waren Laura Niebaum und Kai Janssen von der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück, eingeladen von der Schule und dem Präventionsrat Friesoythe. Eindrucksvoll zeigen die beiden typische Szenen im Alltag einer Jugendlichen auf. Es wird sich angeschrien und mit der Zeitung geschlagen. Aufmerksam verfolgen die Jugendlichen das Stück „Natürlich bin ich stark“.

Dabei gerät die Protagonistin in einen gefährlichen Kreislauf: Probleme in der Schule, mit den Eltern und dem Freund. Der macht Schluss, und die Jugendliche tritt sich mit einer Internet-Bekanntschaft, die Drogen anbietet. Auch mit sexueller Belästigung hat das Mädchen zu kämpfen, und leider niemanden, mit dem sie darüber sprechen kann. Doch am Ende ist sie stark genug, um Nein zu sagen und sich nicht auf die Einladung zum Kiffen einzulassen.

Nach dem kurzen Theaterstück folgt ein Gespräch mit den Schülern. Die haben gut aufgepasst und haben die dargestellten Probleme schnell analysiert. Viele von ihnen strecken ihren Arm in die Luft und beteiligen sich an der lebhaften Diskussion. So steht am Ende für sie fest: Wenn es ein Problem gibt, muss darüber gesprochen werden, sei es mit Freunden, Lehrern oder gar dem Nachbarn. Und für den Fall, dass das nicht mehr reichen sollte und die Situation ausweglos erscheint, haben die beiden Theaterpädagogen noch jede Menge Tipps parat. So wissen die Schüler jetzt, dass es für alle Probleme, sei es mit Alkohol, Drogen, Mobbing oder sexuellem Missbrauch, eine spezielle Beratungsstelle gibt. Und dass sie sich – besonders im Fall sexueller Belästigung – nicht schämen dürfen, anderen Menschen zu erzählen, was passiert ist, auch wenn Druck auf sie ausgeübt werde. Denn oft, so berichtet Janssen, kämen diese Fälle in den eigenen Familien vor.