ALTENOYTHE - In einem Schulprojekt lernten Schüler der Hauptschule Friesoythe den Umgang mit der NWZ kennen. Schülern und Lehrerin machte die Aktion großen Spaß.
von Thomas Neunaber
ALTENOYTHE - „Früher habe ich nur die Überschriften im Lokalteil überflogen“, sagt Michael Ostermann. Aber seit einigen Tagen verschlingt der 15-Jährige regelrecht die NWZ von der ersten bis zur letzten Seite. Der Grund: In einem dreiwöchigen Projekt an der Hauptschule Friesoythe hat er gelernt, wie vielfältig man eine Zeitung nutzen kann.Insgesamt 32 Schüler der Klassen 10a und 10b beteiligten sich im Januar am dreiwöchigen Projekt „Zeitung“, das Lehrerin Ursula Olschewski und ihre Kollegin Ursula Stolte für ihren Deutsch- und Politikunterricht auf die Beine gestellt hatten. Um das Projekt zu ermöglichen, lieferte die NWZ Freiexemplare. Im Unterricht lernten die Schüler kennen, wie man zum Beispiel den Politik- und Wirtschaftsteil einer Zeitung nutzt. „Mich hat besonders die Jugendbeilage Inside interessiert, weil sie viel über Musik und Trends bringt“, sagt Marvin-Lee Thoben. Generell findet der 17-Jährige, dass im Politik- und Wirtschaftsteil der Zeitung zu viele Fremdwörter benutzt werden. „Wenn viele unverständliche Fremdwörter im Text stehen, schreckt das besonders Jugendliche vom Lesen ab“, betont der Zehntklässler.
Bianca Panzlaff ist bei der regelmäßigen Zeitungslektüre aufgefallen, dass sie gelesene Informationen viel besser verstehen und behalten kann, als jene Nachrichten, die sie im Funk und Fernsehen aufgeschnappt hat. „Seit dem Projekt interessiere ich mich viel mehr für Politik und Wirtschaft“, sagt die 16-Jährige. Dank des Projekts habe sie gelernt, Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden.
Ihre Mitschülerin Funda Cobanoglu gefiel besonders die Hintergrundberichterstattung der NWZ . „Seit ich gründlicher Zeitung lese, kann ich auch bei Diskussionen mit meinen Eltern viel besser mitreden“, betont die Schülerin. Gespannt hat sie zum Beispiel die Diskussionen um die DNA-Analyse für Straftäter verfolgt. „Wenn man sich für ein Thema interessiert, ist Zeitungslesen eigentlich gar nicht so anstrengend“, findet Funda Cobanoglu. Man müsse sich nur überwinden und die TV-Fernbedienung für eine Weile beiseite legen.
Nadine Schusters bevorzugter Lesestoff in der Projektzeit war die „Panorama-Seite“ mit bunten Berichten aus der Welt der Unterhaltung. „Hier sind die Artikel locker geschrieben und die Themen nicht so trocken“, begründet die 16-Jährige ihre Vorliebe für Klatsch & Tratsch aus dem Showgewerbe. Wenn es nach ihr ginge, sollten noch viel mehr Bilder in der Zeitung stehen als bisher.
Eine tägliche Jugendseite mit speziellen Veranstaltungstipps wünscht sich Thorsten Klöver von seiner Zeitung. „Wenn Zeitungen mit ihren Themen stärker Jugendliche ansprechen, stoßen sie bei uns auch auf mehr Interesse und wecken stärker unsere Leselust“, betont der Schüler.
