ALTENOYTHE - Was an der Gerbertschule begann, wird nun in Hohefeld fortgesetzt. Vorerst vier Jahre läuft das KEB-Projekt mit Eltern in Schulen.

Von Thomas Haselier

ALTENOYTHE - Die Idee entwickelt sich zur Altenoyther Erfolgsgeschichte: Die Einbindung von Eltern in den Schulalltag insbesondere in den Grundschulen stößt überall auf große Zustimmung. Jetzt hat auch die alte Grundschule Hohefeld zwei Arbeitsgruppen unter Leitung von Müttern eingerichtet.

Jeden Mittwoch bieten Sandra Lammers, Barbara Willhoff, Maren Wieborg und Tanja Bührmann für die Schulkinder Tanzen oder Training am Computer an, und alle sind begeistert: die Kinder, die auf spielerische Weise etwas lernen, das der normale Unterricht nicht leisten kann, die Eltern, die sich so direkt in den Schulalltag einbringen können und dabei engen Kontakt zum Nachwuchs halten, und die Lehrer bzw. die Schulleitung, die sich freuen, mit den Eltern zusammenarbeiten zu können. Schulleiterin Ulla Lück: „Das klappt ganz hervorragend und ist ein Selbstgänger.“

Mit einer Elternversammlung hatte die Schulleitung die AG’s auf den Weg gebracht. Die Initiative dazu ging von der Altenoytherin Nicole Fuhler aus, die als Projektleiterin vor Ort Lehrer und Eltern davon begeistern konnte, pädagogische und fachliche Fähigkeiten der Eltern nicht einfach brach liegen zu lassen, sondern für die gezielte Förderung der Schulkinder zu nutzen.

Ausgangspunkt dafür war ein Projekt der Katholischen Erwachsenenbildung Niedersachsen (KEB) mit dem Ziel, vor dem Hintergrund der schlechten Pisa-Ergebnisse schon frühzeitig eine Allianz zwischen Eltern und Lehrern zu schmieden. Anfängliche Skepsis, es könne sich eine Rivalität zwischen professionellen Pädagogen und engagierten Eltern entwickeln, wich schnell Enthusiasmus, weil das Interesse sowohl bei den Eltern als auch den Lehrern deutlich größer war als erwartet.

Angefangen habe man mit den „Vorlese-Müttern“ in den Grundschulen, erläutert Projektleiter Reinhard Hohmann von der Katholischen Erwachsenenbildung in Hannover. Inzwischen habe sich das Projekt auf sehr viele Themenbereiche ausgeweitet. „Das können die Eltern und die Schulen vor Ort allein entscheiden“, sagt Hohmann. „Hauptsache, die Eltern engagieren sich, und Lehrer empfinden das als Unterstützung ihrer Arbeit.“ Die Katholische Erwachsenenbildung Niedersachsen hält dafür auch Mittel bereit, mit denen die AG’s unterstützt werden. Hohmann: „Die klassische Zweiteilung – das Elternhaus erzieht, die Schule bildet – funktioniert schon lange nicht mehr. Ziel ist deshalb eine Bildungspartnerschaft zum Wohle der Kinder.“

Es war Nicole Fuhler, selbst pädagogische Mitarbeiterin im Katholischen Bildungswerk, die als erste in Niedersachsen die Chancen des Projektes erfasste. Nun will Fuhler in Friesoyther und Altenoyther Grundschulen unter dem Motto „Eltern machen Schule“ ein Netzwerk interessierter Eltern errichten. Auf zunächst vier Jahre ist die Unterstützung der KEB ausgelegt. Dann wird Bilanz gezogen. Fuhler: „Wir sind zuversichtlich, dass sich der Einsatz lohnt, vor allem für die Kinder.“