ALTENOYTHE - „Los! Andreas, Du musst laufen!“ Über die Lautsprecheranlage der Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe tönen seltsame Kommandos. Schulleiter Hermann Reiners ist zu hören. Er feuert seine Schüler an. Denn an diesem Freitagvormittag ist keine reguläre Schule. An diesem Freitagvormittag laufen die 440 Schüler für einen guten Zweck um die eigene Schule herum. Sie veranstalten einen Sponsorenlauf für das Projekt „Lebensläufe“ der Welthungerhilfe. Unterstützt werden Kinder in Indien. Die Partnerorganisation der Welthungerhilfe, die MV-Foundation, hat bereits 400 000 Mädchen und Jungen aus der Kinderarbeit ausgelöst und dann eingeschult. Mit der Hilfe der Altenoyther Schüler sollen es noch mehr Kinder werden.

Bernd Olliges aus der 7 c hat 60 Euro zusammen gesammelt. Zweimal drei Euro pro Runde hat er mit seinen Sponsoren ausgehandelt, zehn Runden ist er gelaufen. „Die ersten drei Runden hat es geregnet, aber das war mir egal, ich bin einfach weiter gelaufen“, sagt der rothaarige Bernd und grinst. Maria Norrenbrock ist eine der Organisatorinnen und stolz auf ihre Schüler: „Die Schüler zeigen wirklich Engagement.“ Noch am Donnerstag hatten die Schüler von einem Referenten einen Überblick über die Lebensverhältnisse in Indien bekommen. „Hinterher haben die Schüler richtig diskutiert! Schön ist, dass auch die Kinder es schaffen, den Spaß und die Freude an der Bewegung zu kombinieren mit der unglaublichen Bereitschaft zu helfen.“

Zwischen den zwei Läufen – die Schüler haben 40 Minuten Zeit für ihre Runden – und zum Abschluss stärken sich die Schüler. In der Pausenhalle ist ab 11 Uhr Essensausgabe – es gibt Hot Dogs und Getränke. Im Anschluss startet die Luftballon-Aktion, die Schüler knoten Zettel an die mit Gas gefüllten Ballons und lassen sie fliegen. Wessen Ballon am weitesten fliegt (und dessen Karte zurückgeschickt wurde) wird ausgezeichnet.

„Aussteigen gilt nicht!“ Hermann Reiners feuert seine Schüler weiter an. Derya Hcar hat es schon hinter sich. Die 13-Jährige hat zehn Runden geschafft. „Meine Freundinnen haben mich angefeuert. Nun kann ich nicht mehr.“

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