Cloppenburg - „Es ist beeindruckend, dass so viele junge Leute sich auf den Beruf einer Altenpflegerin einlassen und mit so viel Engagement und mit solcher Herzenswärme arbeiten“, lobte die Schulleiterin der Altenpflegeschule des St.-Pius-Stifts, Margret Abu-Ghazaleh. Sie seien in einem Bereich tätig, der in der Gesellschaft keine Lobby habe. Derzeit absolvieren 88 Altenpflegeschüler ihre Ausbildung an der Schule. In dieser Woche feierten sie unter dem Motto „Bad taste“ ihr Schulfest.
Nicht nur die Schüler, auch die Lehrer erschienen in schrillen Outfits im Haus „Maria Einkehr“ in Bethen. Organisiert vom Mittelkurs standen verschiedene Spiele auf dem Programm. Die angehenden Altenpfleger versuchten sich auch im Spontantheater. Ein Menschenmemory sollte das Kennenlernen der verschiedenen Kurse – am 1. August haben 30 neue Altenpflegeschüler ihren Dienst angetreten – fördern. Darüber hinaus hatten die Schüler auch eine Präsentation über ihre Lehrer vorbereitet, in der die kleinen Eigenarten der Pädagogen humorvoll herausgestellt wurden. Zum Mittagessen gab es dann Gegrilltes vom Holzkohlengrill.
„Das erste Jahr war anstrengend“, erzählt der gelernte Informatiker Philipp Göwert, der als Zivildienstleistender die Liebe zu seinem jetzigen Beruf entdeckt hat. „Aber ich arbeite gern in der Pflege, auch wenn es manchmal hart ist.“ Wie an Heiligabend, als im Altenheim eine ihm gut bekannte Bewohnerin gestorben ist. „Die Enkelin war bei mir im Kurs.“
Christine Seling lernte über ihre Mutter die Arbeit im Altenheim kennen. Besonders gefreut hat sich die Harener Abiturientin, als sie zu ihrem Geburtstag eine Karte von einer Bewohnerin eines Heimes erhielt, in dem sie nur ein Praktikum gemacht hatte.
Sechs dreimonatige Praktika haben die angehenden Altenpfleger zu absolvieren, wobei das erste und das letzte in demjenigen Altenheim stattfindet, in dem sie angestellt sind. Vier Praktika sind bei Kooperationspartnern – die Cloppenburger Altenpflegeschule hat davon 22 – zu absolvieren. Christine Seling und Philipp Göwert fanden es schwer, von zu Hause auszuziehen und in Oldenburg, Friesoythe oder Haren an der Ems zu wohnen, auf sich allein gestellt zu sein, um im dortigen Heim das Praktikum zu machen.
Zwischen den Praktika laufen Theorieblöcke. In den ersten drei Monaten zum Berufsanfang werden die Grundlagen der beruflichen Arbeit gelegt. In den Praktika haben die Schüler die Möglichkeit, die theoretischen Dinge in die Praxis umzusetzen und Erfahrungen mit Hilfe der betreuenden Praxisanleiter und bei Hospitationen zu sammeln.
„Es ist einfach toll mitzuerleben, wie aus den jungen Schülern in der Ausbildung oftmals richtige Persönlichkeiten werden, Für mich gibt es keinen schöneren Beruf, als diese jungen Leute bei ihrer Ausbildung zu begleiten“, begeistert sich Schulleiterin Abu-Ghazaleh. „Ich habe einen tollen Beruf gefunden. Er füllt mich aus und macht mir Spaß“, freut sich auch die Molbergerin Maria Minich, die wie Christine und Philipp zu den Organisatoren dieses Schulfestes gehörte.
