Ganderkesee - Die Schulbänke verfügten über ein Tintenfass, die Schiefertafel galt als unverzichtbar. – Der Schulalltag, an den am Sonnabend in der Jägerklause erinnert wurde, kannte weder Computer noch Taschenrechner. Denn die waren noch nicht erfunden, als im Jahr 1954 an der Ganderkeseer Steinschule 40 (!) Kinder die Klasse 1 bildeten. Auch nicht, als sie später in die (damals neue) Schule an der Langen Straße einzogen. Am Sonnabend kam die Klasse zum Wiedersehen zusammen.
Manches von dem, was in den 1950er Jahren Teil des Stundenplans war, sei nur vor dem Hintergrund der damaligen Lebenssituation zu verstehen, zeigten sich Armin Langanke, Rudi Mayer und Reinhold Schill überzeugt. Beispiel: „Jeden Freitag war Duschzwang.“ Das sei eine recht pragmatische Regelung gewesen. Langanke: „Wer hatte damals schon Wanne oder Dusche zu Hause!“
Züchtig ging’s beim Duschen zu. Mädchen und Jungen wurden strikt getrennt, da half auch Hausmeister Emil Hoffmann. Weil es ja noch keine Aufklärung gab, „wurde nur geahnt“, wie Rudi Mayer die biologischen Kenntnisse vergnügt zusammenfasste. Allerdings: Neugierig sei man schon gewesen. Er habe einmal einen Blick durchs Schlüsselloch zu den Mädchen geworfen, gestand Armin Langanke. Was er gesehen hat? „Das Auge von einem Mädchen.“
Zum Schwimmunterricht fuhr die Klasse regelmäßig in ein Bremer Hallenbad – denn Ganderkesee hatte da noch nichts zu bieten.
Klar ablehnend steht Langanke dem damals noch üblichen „Einsatz des Rohrstocks“ gegenüber. „Entwürdigend fand ich das.“
Ganz und gar positiv blieben die Ausflüge im kollektiven Klassengedächtnis haften. „Unvergesslich“ sei die Radtour nach Wangerooge gewesen, wo man in der Jugendherberge im Westturm übernachtete. Toll auch die Fahrt nach Clausthal-Zellerfeld – an die am Sonnabend Fotos erinnerten.
