Berne/Lemwerder - Pflegende Angehörige von Demenzkranken werden vor hohe Herausforderungen gestellt, wenn sie ihre Lieben zu Hause betreuen. Um ihnen im schweren Alltag Atempausen zu verschaffen, hatte die Sozialisation Stedingen zum dritten Mal eine Schulung für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer angeboten, die den Angehörigen später einmal eine kleine Pause gönnen können.
„Wir brauchen mindestens acht Teilnehmer, damit der Kursus stattfinden kann“, hatte Kursleiterin Monika Zabel zuvor zur Auflage gemacht. Und Sabine Rowehl hatte anfangs Zweifel, die Interessenten zusammen zu bekommen. Ganz überwältigt war die Koordinatorin, als sich schließlich 16 Frauen und ein Mann anmeldeten, um sich auf diesem Gebiet weiterbilden zu lassen.
Insgesamt 22 Unterrichtsstunden umfasste der Kursus, der am 1. Februar mit der Einführung ins Thema „Demenz“ von Diplom-Pädagogin Monika Zabel startete. Am Sonnabend darauf war Ärztin Christine Bürger von der evangelischen Altenpflegeschule Delmenhorst in der Berner Sozialstation als Dozentin zu Gast und referierte über das Krankheitsbild. An insgesamt fünf weiteren Terminen wurden Erfahrungen mit Betroffenen ausgetauscht. Es wurde erklärt, wie die Kommunikation mit dementen Menschen verläuft, welche Bedeutung die Musik bei der Betreuung hat. Weiter ging es um Nähe und Distanz, bis beim letzten Treffen das Erlernte reflektiert und die Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahme überreicht wurden.
„Jetzt weiß ich wenigstens, dass das, was man tut, richtig ist“, war das Fazit einer Teilnehmerin, die beruflich in der Pflege tätig ist. Für andere stand dagegen das Hintergrundwissen im Vordergrund. „Man wird wesentlich geduldiger, nachsichtiger und wächst besser in die Aufgabe hinein, wenn man die Kranken versteht“, lautete die Erkenntnis einer Dame, die ihr gewonnenes Wissen eher privat nutzen möchte.
Eine finanzielle Verbesserung hat es für die Pflegenden inzwischen seitens des Gesetzgebers gegeben, erklärte Sabine Rowehl. Dank der ehrenamtlichen Kräfte wird es hoffentlich auch so manche Atempause bei dieser kräftezehrenden Aufgabe geben, die den Angehörigen das Leben etwas erleichtert.
