Friesoythe - Früher hießen sie Kindergärtnerinnen, heute Erzieherinnen. Früher wurden sie mit Nachnamen angesprochen, heute mit Vornamen. Früher gab es eine Betreuungszeit von 8 bis 12 Uhr, heute von 7 bis 18 Uhr. Früher legten sich die Kinder auf eine Butterblumenwiese, starrten in den Himmel und sprachen mit der Kindergärtnerin über Gott, heute gibt es ein eigenes Zimmer für Religiöse-Pädagogische-Praxis. Die Liste der Unterschiede könnten Josefa Schrandt (69), Gertraud Wiechmann (64), Anna Göken (24) und Kristina Rosenwinkel (25) ohne Probleme weiterführen.
Während Schrandt und Wiechmann im St.-Christophorus-Kindergarten in Friesoythe bis zu ihrem Ruhestand gearbeitet haben, sind Göken und Rosenwinkel dort gerade erst angefangen. Gemeinsam erzählen sie anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Einrichtung am Großen-Kamp-West im NWZ -Gespräch, wie sich der Kindergarten in den Jahren entwickelt und verändert hat.
So seien die Kinder damals ein, maximal zwei Jahre lang in den Kindergarten gegangen, erinnern sich Schrandt und Wiechmann, die beide Anfang der 1970er Jahre ihre Tätigkeit begannen. Heute geht es schon mit null Jahren in der Krippe los, spätestens aber mit drei Jahren im Kindergarten. „Das bringt der gesellschaftliche Wandel so mit sich“, sagt Wiechmann. Auch sei die Elternarbeit, die heute eine zentrale Rolle in pädagogischen Konzepten spiele, kaum ins Gewicht gefallen. „Es gab halt andere Ansprüche an den Kindergarten. Damals sind die Kinder morgens in den Kindergarten geschickt worden und mittags waren sie wieder zu Hause. Was sie in dieser Zeit erlebt hatten, war weniger von Interesse“, sagt Schrandt. Und heute: „Da werden sie von den Eltern persönlich bis in die Gruppe gebracht und wieder abgeholt, und sie wollen genau wissen, was die Kinder gemacht und gespielt haben, was und wie viel sie gegessen haben und so weiter“, erzählen Göken und Rosenwinkel. Das sei auch in Ordnung, schließlich habe ein Kindergarten auch einen klaren Erziehungsauftrag.
Zu ihren Aufgaben gehört übrigens nicht nur die reine Kinderbetreuung. Sie müssen zum Beispiel im Rahmen eines Qualitätsmanagements Tagesabläufe dokumentieren, und von Freispiel über Dienstbesprechungen bis hin zur Elternarbeit unterliegt vieles bestimmten Vorgaben. Solch eine Reglementierung gab es damals nicht.
Auch wenn sich im pädagogischen Bereich in den vergangenen Jahrzehnten viel geändert hat, eines, und da sind sich alle vier Pädagoginnen einig, ist immer gleich geblieben: „Die Arbeit mit Kindern macht riesigen Spaß.“
