Harpstedt - Wie steht es um den Antrag auf Errichtung einer Integrierten Gesamtschule in Harpstedt? Diese Frage wollte die Samtgemeindeverwaltung in der Sitzung des Schulausschusses am Donnerstagabend in der Haupt- und Realschule Harpstedt beantworten.
Der Landkreis habe den Antrag mit Unterstützung der Samtgemeinde sehr intensiv vorbereitet, er werde wohl in der kommenden Woche eingereicht, erklärte Samtgemeindebürgermeister Uwe Cordes den Ausschussmitgliedern. Diese Aussage überraschte einige Lokalpolitiker, die davon ausgegangen waren, dass Landrat Frank Eger den Antrag bereits auf den Weg gebracht hätte. Cordes stellte aber klar, er habe bisher noch nicht erlebt, dass der Antrag einer Gemeinde so intensiv vom Landkreis unterstützt worden sei.
Deutlich wurde allerdings einmal mehr, dass die Voraussetzungen für eine Genehmigung nicht optimal sind. Neben den erwarteten Schülerzahlen, die nach der letzten Elternbefragung nur für eine dreizügige Schule sprechen, gibt es weitere Probleme. Unter anderem war nicht völlig klar, ob die Integrierte Gesamtschule in Delmenhorst als Schule gewertet wird, die auch von Harpstedt aus mit vertretbarem Aufwand erreicht werden kann.
Es gebe sozusagen eine doppelte Ausnahmeregelung, die für Harpstedt greifen könne, sagte Uwe Cordes. Nach seinem Kenntnisstand würden sich darauf aber viele Gemeinden berufen und es würden sicher nicht alle Anträge genehmigt.
„Wären die Rahmenbedingungen bei der Elternbefragung optimal gewesen“, sagte Klaus Budzin (SPD), „dann hätten wir die IGS schon“. Er erinnerte an die erste Befragung, nach der die Schule fast fünfzügig geworden wäre.
Unabhängig davon, wie der Antrag beschieden werde, erklärte der SPD-Ratsherr weiter, müsse die Samtgemeinde mit Eltern, Lehrern und Schülern aller Schulen ein Konzept für den Erhalt des Schulstandortes Harpstedt erarbeiten, forderte Budzin.
Den Erhalt des Schulstandortes wollen alle Fraktionen, über ein mögliches Scheitern des IGS-Antrags solle man am besten gar nicht laut nachdenken, sagte Hartmut Post (CDU).
Für die Grundschulen dränge die Zeit, erinnerte Wolfgang Kunsch, Schulleiter der Grundschule Harpstedt. Er müsse die Eltern seiner Schüler informieren, welche Schulformen für ihre Kinder künftig angeboten werden. Einen Zeitrahmen, in dem mit einer Entscheidung zu rechnen ist, konnte Uwe Cordes aber nicht nennen.
