APEN/AUGUSTFEHN - Das Mobbing von Jugendlichen im Internet ist auch an den Schulen in der Gemeinde Apen Thema. „Uns sind Mobbing-Fälle bekannt“, sagt Dr. Ralf Drabent, Rektor der Haupt- und Realschule Augustfehn. „Es sind Einzelfälle, aber es kommt vor.“
Deshalb gibt es eine klare Vorgehensweise: Die betroffenen Jugendlichen führen zunächst ein Aufklärungsgespräch mit den Klassenlehrern. Weitere Schritte wären eine Klassenkonferenz oder Erziehungsmaßnahmen.
„Wenn der Grad des Angriffes bedenklich ist, raten wir den Eltern, Anzeige bei der Polizei zu erstatten“, berichtet Drabent. Dies sei vor allem ratsam, wenn Angst verbreitet oder Gewalt angedroht wird.
Die Polizei reagiere sofort, indem sie die Schüler einbestellt oder Hausbesuche macht. „Das hat es schon gegeben“, sagt Drabent und fügt hinzu: „Das ist so abschreckend, dass die Auseinandersetzung nicht weitergeht.“
Aufklärung im Unterricht
Die Haupt- und Realschule Augustfehn geht auch präventiv mit dem Thema „Cyber-Mobbing“ um. „Wir klären im Sozialkundeunterricht regelmäßig auf, welche Folgen der missbräuchliche Umgang mit dem Internet haben kann“, erläutert Drabent.
Nach Auffassung des Rektors ist eines der Hauptprobleme im Umgang mit den neuen Medien die niedrige Hemmschwelle. In Chat-Räumen erfolgt die Beleidigung oder das Mobbing auf Knopfdruck. Eine zusätzliche Aufforderung, den Kopf einzuschalten, zum Beispiel durch die Frage: „Willst Du diese Nachricht wirklich absenden?“, könnte in vielen Fällen helfen, ist sich Drabent sicher.
Schüler sprechen Thema an
An der Außenstelle der Haupt- und Realschule in Apen hat Konrektor Martin Klar keine Kenntnis von größeren Fällen. Gleichwohl ist das Thema an der Schule bekannt. „Die Schüler sprechen das schon an“, sagt Klar. Nach Beobachtung des Konrektors gleiche es meist Fällen, in denen Schüler auf dem Schulhof aneinander geraten.
Deshalb wird versucht, im Unterricht, aber auch in den Wahlpflichtkursen die Jugendlichen mit den neuen Medien bekannt zu machen.
In der Außenstelle des Gymnasiums Westerstede in Apen spiele das Thema bei den fünften Klassen überhaupt keine Rolle, berichtet Außenstellenleiter Karsten Zaeck. In den sechsten Klassen begännen die Schüler gerade, sich mit dem Internet vertraut zu machen. Seiner Meinung nach sind Jugendliche im Internet häufig leichtgläubig und fühlen sich unbeobachtet.
Sicheres Surfen vermitteln
„Fälle von Cyber-Mobbing sind uns bis dato noch nicht bekannt, sobald sich dies ändert, werden wir uns mit den Kollegen zusammensetzen. Da wir mit dem „klassischen“ Mobbing umgehen können müssen, werden wir auch in diesem Fall zu den angemessenen pädagogischen Mitteln greifen können“, sagt Zaeck. Darüber hinaus werde das sichere Surfen beim Unterricht im Computerraum vermittelt.
