APEN - Soll die Gemeinde Apen mit einer Privatinitiative einen Vertrag über die Nutzung von öffentlichen Schulräumen abschließen, damit in Augustfehn I eine integrative Privatschule betrieben werden kann, oder nicht? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Montag der Fachausschuss in einer außerordentlichen Sitzung. Daran nahmen auch Vertreter des Landkreises und der Elternschaft teil. So viele Zuhörer verfolgten die Diskussion, dass die Stühle nicht ausreichten. Eine konkrete Antwort auf die Frage gab es am Ende der Sitzung indes nicht. Die Entscheidung soll nun doch bis zur nächsten Sitzung des Gemeinderats vertagt werden, um noch das Votum des Gemeindeelternrats einholen zu können. Allerdings signalisierte der Ausschuss mit fünf Ja-Stimmen und vier Enthaltungen seine grundsätzliche Bereitschaft für die Vertragsunterzeichnung.

Bedenken äußerte die CDU: Es müsse genau durchdacht werden, welche Auswirkungen das Nebeneinander von öffentlicher Schule und Privatschule für „reiche Kinder“ unter einem Dach habe, forderte Fritz-Jürgen Baumann. Das betreffe sowohl die Janosch-Grundschule als auch die Haupt- und Realschule (HRS) Augustfehn. Probleme könnte es zum Beispiel bei der Abstimmung der Zeiten für die gemeinsam genutzte Sporthalle oder dem Labor geben. Diese und weitere Fragen gelte es noch zu klären, bevor eine solch weitreichende Entscheidung getroffen werden könne. „Die Einrichtung darf keine Nachteile für die bestehenden Schulen mit sich bringen. Wenn Schule und Eltern Ja sagen, dann wird sich die CDU dem nicht verschließen“, erklärte Baumann.

Volkmar Siems (BfB) und Christian Martens (UWG) werteten die Pläne als sinnvolle Ergänzung zum herkömmlichen dreigliedrigen Schulangebot. Wie unter anderem Volker Martz (SPD) betonte, dürfe sich die Gemeinde die Chance nicht entgehen lassen, als einziger Standort im Ammerland eine integrierte Schule anbieten zu können. Das unterstrich auch Hermann Tammen (SPD): „Wir haben bereits eine Abstimmung mit den Füßen, 52 Kinder aus unserer Gemeinde gehen zur privaten Schule nach Veenhusen.“

Der Schulvorstand der Janosch-Grundschule und der HRS hätten den Plänen bereits zugestimmt, und die Gemeinde könne es sich nicht leisten, leer stehende Räume ungenutzt zu lassen, hieß es weiter. „Wir entscheiden nur über die Nutzung von öffentlichen Räumen und nicht über das Schulmodell“, fasste Matthias Huber (SPD) zusammen. Die Zeit dränge, denn die Initiative müssen den Antrag an die Schulbehörde umgehend stellen, um ihre Pläne zum nächsten Schuljahr zu verwirklichen.

Für die Eltern, das wurde bei der anschließenden Fragerunde deutlich, gibt es da aber noch Klärungsbedarf, um sich eine abschließende Meinung bilden zu können.

Kerstin Schumann
Kerstin Schumann Redaktion Westerstede