APEN - Eltern in schwierigen Erziehungsfragen zur Seite zu stehen und sie in ihrer Kompetenz zu stärken: Das sind die erklärten Ziele eines neuen Angebots im Ammerland. Im Evangelischen Kindergarten „Unterm Regenbogen“ in Apen wurde jetzt das Modellprojekt vorgestellt. Bei dieser „Elternschule Ammerland“ (ELSA) handelt es sich um ein breites Netzwerk von vielen Beteiligten. Ausgehend von den beiden Kindergärten in Apen und Gießelhorst sind das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (Nifbe) und das M.U.T. Institut eingebunden. Träger ist die Evangelische Erwachsenenbildung Ammerland. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Fachhochschule Emden/Leer.
„Unser Angebot ist auf einem Drei-Säulen-Prinzip aufgebaut“, erläuterte die Aper Kindergartenleiterin Margrit zur Brügge das Konzept. Zunächst die Ausbildung: In ihrer Freizeit bilden sich die Erzieherinnen zu individualpädagogischen Beraterinnen fort. Im Zentrum stehen dann die Angebote der Elternschule und der so genannten offenen Erziehungswerkstatt, wo den Eltern praktische Tipps gegeben werden. Angeboten werden soll ein gemischtes Angebot aus Vorträgen, Beratungsgesprächen und Training. „Als dritte Säule ist uns die gesellschaftliche Mitverantwortung sehr wichtig“, betonte zur Brügge. Das Projekt sei zwar auf zwei Jahre hin ausgelegt, solle aber auch darüber hinaus Bestand haben und vielleicht sogar Vorbild für andere Einrichtungen sein. Vor Ort werde außerdem nach Kooperationspartnern gesucht. So sollen Eltern, die sich aktiv an den Angeboten der Elternschule beteiligen, sogenannte Elsa-Taler erhalten, mit denen sie bei Geschäften und Dienstleistern einen kleinen Rabatt bekommen. Das Konzept war, wie berichtet, auch schon bei der Sitzung des Werbekreises Apen vorgestellt und dort sehr gut aufgenommen worden.
„Unsere Gesellschaft verändert sich rasant. Heute merken wir, dass es viele gravierende Probleme in Familien gibt, bei denen wir an unsere Grenzen stoßen“, schildert sie die Wichtigkeit eines solchen Angebotes. „Wir wollen aber nicht belehren, sondern gemeinsam mit Eltern, die in manchen Bereichen vielleicht überfordert sind und resigniert haben, einen Weg suchen“, unterstreicht die Leiterin.
Auch die Geschäftsführerin der Evangelischen Erwachsenenbildung Ammerland, Elisabeth Spradau, bekräftigte bei der Vorstellung des Modellprojekts, wie wichtig solche Angebote in der heutigen Zeit seien. „Die Grundlagen werden bei Kindern früh gelegt, auf die ersten Jahre kommt es an. Hier schaffen wir ein ortsnahes, niederschwelliges Angebot für Eltern mit dem Ziel, Familien zu stärken.“
Nähere Informationen erhalten Interessierte bei den Kindergärten unter Tel. 04489/5505 (Apen) und Tel. 04488/764576 (Gießelhorst).
