APEN - Seit der Abschaffung der OS werden in Apen Gymnasiasten unterrichtet. Auch die Haupt- und Realschule hat eine Außenstelle.

von kerstin schumann

APEN - Zwei Standorte, aber eine Schule: Dieses Konzept hatte die Gemeinde Apen befürwortet und sich nach der Abschaffung der Orientierungsstufe vor rund zweieinhalb Jahren für eine Außenstelle des Gymnasiums ausgesprochen. Hinzu sollte auch noch eine Außenstelle der Haupt- und Realschule (HRS) Augustfehn kommen. Inzwischen hat sich dieses System etabliert. Heute leben Grundschüler, Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten unter einem Dach.

„Eigentlich war dieses Modell aus einer Raumnot heraus entstanden. In Westerstede gab es nicht genügend Platz und in Apen waren Räume vorhanden“, erinnert sich der Leiter des Gymnasiums Westerstede, Norbert Brumloop. So habe es nahe gelegen, vor Ort fünfte und sechste Klassen mit Schülern aus Apen und Umgebung zu bilden. Diese schätzten nun die kurzen Wege und die überschaubare Größe ihrer Schule. Allerdings bringe dieses System eine gewisse Belastung für die meisten Lehrer mit, weiß Brumloop. „Sie fahren zwischen Westerstede und Apen hin und her. In dieser Zeit können sie dann auch nicht als Ansprechpartner für die Schüler zur Verfügung stehen.“

Das kann Ines Rensinghoff bestätigen, die als Leiterin der Außenstelle die Aufbauarbeit von Adolf Taute fortführt. Das Lehrerteam sei engagiert und vom Unterrichtsniveau gebe es keine Unterschiede zur Stammschule in Westerstede. „Die Anforderungen sind vergleichbar.“ Nur das Angebot an Arbeitsgemeinschaften sei nicht ganz so groß wie in Westerstede.

Damit aber bei den Schülern beider Standort dennoch ein „Wir-Gefühl“ entsteht, werden gemeinsame Veranstaltungen und Fahrten geplant. Und auch die Schülervertretung der gymnasialen Außenstelle in Apen nimmt an Sitzungen in Westerstede teil.

Ähnlich positiv sieht der Konrektor der HRS, Martin Klar, die Situation seiner Außenstelle in Apen. Der Klassenverbund habe bei der Haupt- und Realschule noch einen anderen Stellenwert. Der Zusammenhalt sei schon dadurch sehr stark, dass alle fünften und sechsten Klassen in Apen unterrichtet würden und erst im Anschluss nach Augustfehn wechselten. Anders auch die Situation für die Pädagogen: Nur eine Lehrerin würde zwischen den zwei Standorten pendeln. „Die Betreuung muss insbesondere bei der Hauptschule im Vordergrund stehen, denn diese Schulform soll gestärkt werden“, sagt Klar.

Der landesweite Trend zur Realschule trifft genauso auf Apen zu, wissen die Schulleiter. Die Empfehlungsquoten der Grundschulen liegen nur noch bei 25 Prozent für die Hauptschule gegenüber 42 Prozent für die Realschule und 33 Prozent für das Gymnasium. Bei besonders guten oder schlechten Leistungen sei später ein Wechsel in eine andere Schulform durchaus noch möglich, betonen die Pädagogen. Selbst wenn es sich nur um Einzelfälle handele, sei das System durchlässig und ermögliche durch die räumliche Nähe der drei Schulformen in Apen einen unkomplizierten Übergang.