Altenoythe - Einen Beruf, der sie ausfüllt, hat die Friesoytherin Christin Eilers quasi vor der Haustür in Altenoythe gefunden: Im „Ich bin Ich“-Kindergarten verbringt sie den praktischen Teil ihrer Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin. Diese Berufsgruppe assistiert, berät, begleitet und pflegt Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen. Auch die Bildung spielt dabei eine wichtige Rolle. Das geschieht ambulant oder in stationärem Umfeld.

Schon mit 16 Jahren wusste die heute 20-Jährige, was sie später einmal machen wollte: Damals hat sie ein Praktikum in der Sophie-Scholl-Schule absolviert. Es folgte ein Jahr in einer Sozialpflegeklasse in den Berufsbildenden Schulen am Scheefenkamp.

Im „Ich bin Ich“-Kindergarten leistet Christin Eilers ein Freiwilliges Soziales Jahr. Die Arbeit gefiel ihr und auch mit den Kollegen kam sie gut zurecht: Sie entschied sich, eine Ausbildung zur Heilerzieherin zu machen und den praktischen Teil ihrer Ausbildung in diesem Kindergarten zu absolvieren, in dem in sieben Gruppen bis zu je sieben Kinder mit geistigen oder körperlichen Behinderungen oder Entwicklungsverzögerungen betreut werden.

Christin Eilers ist im dritten und letzten Jahr ihrer Ausbildung. Dabei ist sie auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen, denn Geld verdient sie in der Ausbildung nicht.

Den schulischen Teil ihrer Ausbildung bekommt Christin Eilers in einer Schule für Heilerziehungspflege in Wildeshausen. Dort gibt es Unterricht in Deutsch, Englisch und Mathe und auch in Anatomie, Neurologie und Kommunikation. Mit dem Ende der Ausbildung hat sie dann auch das Fachabitur.

In jedem Jahr der Ausbildung schreibt Christin Eilers eine Analyse darüber, wie sich ein bestimmtes Kind entwickelt hat – darin kommt Verhalten beim Essen ebenso vor wie das im Straßenverkehr. Außerdem nimmt sie sich sechs Stunden, in dem sie diesem Kind etwas Bestimmtes beibringen will.

„Ich freue mich sehr, wenn ich mit dem Kind zusammen etwas erreicht habe“, freut sich Christin Eilers über die Lernerfolge ihrer Schützlinge.

Der Arbeitstag von Christin beginnt zwischen halb acht und acht Uhr morgens, wenn die Kinder kommen. Gegen neun Uhr gibt es ein Frühstück. Danach gibt es Aktivitäten wie Sport, Malen und Basteln. An manchen Tagen gehen die Kleinen auch ins Schwimmbad oder reiten.

Nach dem Mittagessen, das angeliefert wird, spielen und toben die Kinder wieder, bis sie gegen 15 Uhr wieder abgeholt werden. Für Christin Eilers heißt es dann lernen, denn im Frühjahr steht ihre Abschlussprüfung an.