ATENS - Es war wie bei einer richtigen Ausstellungseröffnung: Zunächst gab es eine Ansprache, dann standen Getränke und Knabbersachen bereit. Die feierliche Atmosphäre im Rhythmikraum der Schule am Siel kam nicht von ungefähr: Zum ersten Mal haben fast alle Schüler an einem Kunst-Projekt teilgenommen.
Anfang des Jahres hatte die Lehrerin Mareike Berg ein solches Projekt angeregt. Ihre Kollegen waren sofort einverstanden und hatten auch eine Idee: Die Auseinandersetzung mit dem österreichischen Maler, Architekten und Designer Friedensreich Hundertwasser (1928 bis 2000) müsste den Schülern der Förderschule gefallen.
Und genau so war es: In den Klassen 3 bis 9 brach sich eine ungeheure Fantasie Bahn, wie sie für Friedensreich Hundertwasser typisch war. Schüler malten ihre Schule im Hundertwasser-Stil, fertigten Pappmaschee-Säulen in leuchtend bunten Farben und verwandelten ganz ordinäre Schuhe in Kunstwerke – indem sie sie sauber mit glitzernden Farben besprühten und mit bunten Federn ausstatteten.
In der Klasse 7/8 H erfuhren die Schüler bei der Lehrerin Eva-Maria Meyer und der pädagogischen Mitarbeiterin Doris Becker, dass Hundertwasser nicht nur seine Schuhe selbst herstellte, sondern sich auch seine Kleidung nähte. Sie eiferten ihm nach und verwandelten schnöde T-Shirts in märchenhafte Oberbekleidung.
Doris Becker war es auch, die die Ausstellung mit einer Rede eröffnete, in die sie die rund 80 Schüler einbezog und mit ihnen gemeinsam noch einmal die Hundertwasser-Erlebnisse der vergangenen Monate in Erinnerung rief. Im nächsten Jahr soll es wieder eine große Kunst-Aktion geben.
