Oldenburg - Der Griff zum Lichtschalter am Morgen scheint so selbstverständlich wie das tägliche Pausenbrot. Am Mittwoch blieben die Klassenräume jedoch für zwei Stunden dunkel und die Heizung kalt. 27 Oldenburger Schulen beteiligten sich an der Premierenaktion „Oldenburg dreht ab“. Mehrere tausend Schülerinnen und Schüler machten mit, um ein Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt zu setzen.

„Das war ungewohnt und ein bisschen kalt, aber es ging“, sagte der Zwölfjährige Kenneth aus der 7a der Schule am Bürgerbusch. Bei Kerzenschein redeten er und seine Klassenkameraden im Unterricht über das Thema Rohstoffe. Wie lässt sich Energie sparen? Wie können wir unnötigen Müll vermeiden?, lauteten die zentralen Fragen.

Und die Schüler trugen mit vielen Ideen zur Umsetzung bei. So organisierte die 7a ein „klimafreundliches Frühstück“ mit frischer Milch, Äpfeln, Möhren und Paprika. „Man muss darauf achten, was und wo man kauft“, erzählt Keanu (14). Kreativ zeigten sich auch die Grundschüler in Ohmstede. Sie bastelten Weihnachtsschmuck aus Verpackungsmaterial. „Alle haben mitgemacht, das stärkt das Gemeinschaftsgefühl“, sagte Lehrerin Gabriele Grundmann-Pophanken.

„Die Kinder waren super vorbereitet“, lobte Oberbürgermeister und Schirmherr Jürgen Krogmann. Ein positives Fazit zogen auch Christel Sahr und Edgar Knapp vom Umweltbildungszentrum der Stadt. „Die Schulen haben nicht nur für zwei Stunden den Strom abgestellt, sondern sich im Unterricht sinnvoll mit dem Thema beschäftigt“, sagte Knapp. Es gehe darum, die Mädchen und Jungen für diese Fragen zu sensibilisieren. „Es war gut zu sehen, worauf man alles verzichten kann“, meinten auch die Viertklässler der Grundschule in Krusenbusch: „Wir sollten darauf achten, nicht so viel Strom zu verschwenden.“

Sorgsamer Umgang mit Ressourcen ist bei der BBS 3 schon lange ein Thema. Am Aktionstag beschäftigten sich die Berufsschüler unter anderem mit richtigem Lüften, Mülltrennung und Vermeidung sowie dem Treibhauseffekt.

Abgeschaltet wurde am Mittwoch also nur der Strom, die Schüler hingegen sprühten vor Energie, auch als das Licht gegen zehn Uhr wieder überall anging.