Neustadtgödens - Fast genauso hatte Angelika Haak sich das gewünscht: ein Abschied inmitten von Kindern bei einem fröhlichen Spielefest. Dass das Fest dann erst mit Verspätung beginnen konnte, weil der „Spielefant“, den die Schulleiterin aus Neustadtgödens eigens aus Oldenburg hatte anreisen lassen, kurz vor Neustadtgödens eine Panne hatte und der kräftige Regen einen Strich durch den Plan für ein Fest unter freiem Himmel machte, ließ die 62-Jährige nicht aus der Ruhe kommen.
Insgesamt 55 Jahre Schulleben, davon 32 als Schulleiterin sind eben prägend.
Belastender Schulalltag
„Schule war mein Leben, mein Leben war die Schule“, sagt Angelika Haak und schmunzelt. Nach der eigenen Schulzeit in Osnabrück studierte sie dort an der pädagogischen Hochschule und nahm im Jahr 1979 ihre erste befristete Stelle in Oldenburg an. Über weitere Stationen in Oldenburg und Barßel kam sie 1984 erstmals als Schulleiterin nach Neustadtgödens.
Vier Jahre später übernahm sie die Schulleitung in Horumersiel, denn dorthin hatte sich mittlerweile der Lebensmittelpunkt verlagert. Gerne berichtet sie über die Zeit dort, viele schöne Erinnerungen werden sie ein Leben lang begleiten. Allerdings auch die Erfahrung, eine Schule schließen zu müssen. 2013 war es vorbei mit der Grundschule in Horumersiel, der Schulstandort wurde aufgegeben.
Als Angelika Haak vor drei Jahren abermals die Schulleitung in Neustadtgödens übernahm, war sie noch der festen Überzeugung, keinen Tag früher als nötig in den Ruhestand zu gehen. Doch mittlerweile ist sie nachdenklich geworden. Die Belastung hat mit dem Ganztagsbetrieb zugenommen, der Aufwand für Büroarbeiten nehme mehr und mehr zu.
Sorge um Schulstandort
Und viele Eltern überließen zudem die komplette Erziehungsarbeit der Schule, sagt die Schulleiterin. Was am schwersten wiegt ist allerdings die Befürchtung, dass die Grundschule in Neustadtgödens wegen sinkender Schülerzahlen auch nicht mehr lange Bestand haben wird. Auf gar keinen Fall möchte Angelika Haak noch einmal den Schlüssel zum allerletzten Mal umdrehen müssen.
Pläne für den Ruhestand gibt es genug: Neben dem wegfallenden Termindruck und morgens in Ruhe die Zeitung lesen will sie mehr Zeit der Familie und Freunden widmen, sich intensiver der Musik zuwenden, vielleicht sogar einem Chor beitreten. Außerdem kann sie sich vorstellen, intensiver in der Integrationsarbeit mit Flüchtlingen zu arbeiten oder ehrenamtlich in der Kirche mitzuwirken.
