Rastede - Gegrilltes Meerschweinchen oder marinierte Rinderherzen standen bisher nicht auf ihrem Speiseplan. In den kommenden zwölf Monaten wird sich das aber ändern: Lena Helmers geht für ein Jahr nach Peru, diesen Mittwoch geht ihr Flug. In dem südamerikanischen Land macht die 18-jährige Rastederin einen Freiwilligendienst an einer Grundschule. Zur Vorbereitung hat sie sich auch mit den Essensgewohnheiten der Peruaner beschäftigt.
„Beim Essen probiere ich gerne viel aus“, erzählt Lena Helmers. Deshalb steht sie gegrillten Meerschweinchen oder marinierten Rinderherzen erst einmal offen gegenüber. Und schließlich gibt es ja auch noch Kartoffeln, Reis, Mais, Fisch und Meeresfrüchte. „Außerdem essen die Peruaner viele frische Früchte, die dort ganz anders schmecken sollen als hier bei uns“, hat sich die 18-Jährige erzählen lassen.
Selbst war sie bislang nämlich noch nicht in Südamerika. „Es ist das erste Mal, dass ich so lange und so weit alleine von zu Hause weg bin“, sagt sie. Dass es nach Südamerika gehen soll, war für sie schon länger klar. Paraguay, Chile, Bolivien und Peru standen zur Wahl. Die Austauschorganisation „Weltwärts“ loste ihr letztlich Peru zu.
„Ich möchte eine neue Kultur, ein neues Land und neue Leute kennenlernen“, berichtet die Rastederin, die im Sommer ihr Abitur an der Kooperativen Gesamtschule bestanden hat. Vier Jahre Spanischunterricht hatte sie da, eine gute Voraussetzung, sagt sie und ergänzt: „Im Notfall geht es aber auch mit Händen und Füßen.“
Nach dem Abi ein Jahr ins Ausland – das stand für Lena Helmers schon früh fest. „Ich möchte etwas Soziales machen, mich selbst weiterentwickeln und meine Sprachkenntnisse verbessern“, erzählt sie. Später will sie dann auf Lehramt studieren.
Einen ersten Eindruck vom Lehrersein wird sie in der peruanischen Stadt Tumbes (siehe Infokasten) erhalten. An der Grundschule Nummer 138 „Eduardo Avalos Bustamante“ wird sie als Lehrerassistentin tätig sein – in Sport, Sprachlehre, Naturwissenschaften und Musik. In den Ferien möchte sie dann gerne reisen.
Während ihres Peru-Aufenthaltes wird Lena Helmers in einer Gastfamilie leben – bei einer alleinerziehenden Mutter mit drei Kindern. „Ich freue mich schon auf das Familienleben und dass ich gleich drei Gastgeschwister habe“, sagt sie.
Als Gastgeschenk möchte sie ein Kochbuch mit deutschen Gerichten in spanischer Sprache mitbringen. „Gemeinsam kochen verbindet“, hofft die 18-Jährige. Und so steht vielleicht nicht gleich am Anfang gegrilltes Meerschweinchen auf der Speisekarte.
