Landkreis/Oldenburg - Monatelange Vorbereitungen waren dem diesjährigen Erinnerungsgang zu den Novemberpogromen 1938 vorausgegangen. Bereits im Mai 2013 war beschlossen worden, dass sich die Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) am Erinnerungsgang beteiligen wird. Seit 2005 kooperiert der damals von Bürgern gegründete Arbeitskreis Erinnerungsgang mit Schulen der Stadt Oldenburg und begleitet diese bei den Vorbereitungen. Dass sich mit dem GAG eine Schule des Landkreises beteiligt, ist neu.

Vom Engagement der Schüler war der Sprecher des Arbeitskreises Erinnerungsgang, Fredo Behrens, angetan: „Einige Schüler haben deutlich mehr gemacht, als wir erwartet hätten.“ Zusätzlich zum Erinnerungsgang organisierte die Schule eine Ausstellung im Stadtmuseum und eine Lesung in der GAG (die NWZ  berichtete). Außerdem gestaltete die Klasse 8a einen Gottesdienst zur Einstimmung auf den Schweigegang.

Während Fredo Behrens und Schülerin Neele Alberding von den Ereignissen in Oldenburg während der Pogromnacht berichteten, herrschte bedrückendes Schweigen. „Wir erinnern am 10. November an die Geschehnisse, weil am Tag nach der Pogromnacht die jüdischen Männer abgeführt worden sind“, erklärte Behrens. Durch die Schilderung persönlicher Schicksale bekamen Opfer ein Gesicht.

Der eineinhalbstündige Erinnerungsgang führte vom Pferdemarkt durch die Peterstraße. Am Holocaust-Denkmal legten Teilnehmer Kränze und Rosen nieder, ehe der Marsch durch die Innenstadt bis zum früheren Gefängnis an der Elisabethstraße fortgesetzt wurde.

Auf dem Gefängnishof sammelten sich die Teilnehmer, von ernster Musik begleitet. Die Schüler Jannis Oltmann und Neele Alberding betonten, warum es wichtig sei, zu erinnern. „Wir sollten uns ein Herz fassen und uns gegen Gewalt und für mehr Mitmenschlichkeit aussprechen. Vor allem Flüchtlinge sollten wir so empfangen, wie wir es für uns selbst wünschen würden.“