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Auszeichnung Für Augustfehnerin Besuch beim Bundespräsidenten

Hildburg Lohmüller

Augustfehn - Der Postbote hatte ein besonderes Schreiben für Ulrike de Vries in den Postkasten gesteckt.

„Mein Mann Werner hat den Brief geöffnet, meinte im ersten Moment, es sei Werbung, aber dann sah er auf dem Briefkopf das goldene Wappen des Bundesadlers“, erzählt die Augustfehnerin. Das Ehepaar habe sich hingesetzt, genau geschaut und gemeinsam in Ruhe den Brief gelesen: Tatsächlich ein Schreiben aus Berlin vom Bundespräsidialamt.

„Ich konnte es überhaupt nicht fassen, mit einer Einladung vom Bundespräsidenten hätte ich nie im Leben gerechnet. Ich war total überrascht und kann es immer noch nicht richtig glauben. Es ist eine tolle schöne Überraschung und ich freue mich riesig“, strahlt Ulrike de Vries und zeigt auf den Text der Einladung: „Der Bundespräsident und Frau Elke Büdenbender bitten Frau Ulrike de Vries und Begleitung zum Bürgerfest in den Park von Schloss Bellevue am Freitag, dem 30. August 2019, um 16.30 Uhr.“

Während am ersten Tag das Ehrenamt im Zentrum stehe, werde Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am zweiten Tag alle eingeladenen Gäste willkommen heißen. Zum Bürgerfest würden mehrere Tausend Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland erwartet, die sich auf vielfältige Weise ehrenamtlich in der Gesellschaft engagieren.

Fragen überlegen

„Ich werde mir schon mal eine Frage überlegen, die ich dem Bundespräsidenten stellen werde, wenn ich mit ihm persönlich sprechen kann.“ Ulrike de Vries lacht und fügt hinzu: „…. und, wenn ich vor ihm stehe und ihm die Hand gebe, fällt mir spontan vielleicht etwas ganz Anderes ein.“

Theater und Shows

Ulli-Pulli-Theater: Dazu gehören neben Ulrike de Vries Grundschüler der Klassen eins bis vier. Auf Wunsch bereichert die Gruppe Geburtstage, Feierlichkeiten, Weihnachtsfeiern mit plattdeutschen Sketchen. Auch im Park der Gärten hat das Ulli-Pulli-Theater schon einen Zweiakter vorgestellt.

Nach den Sommerferien arbeiten Ulrike de Vries und die Kinder der Plattdeutsch-AGs weiter an der nächsten Show, die am 25. Januar 2020 ab 16 Uhr in der Turnhalle der Grundschule Nordloh gezeigt wird. Der Titel lautet: „Nordloh söcht dat Kuscheldeer“. Mit von der Partie sind auch Kita-Kinder.

Die Plattdeutsch-Dozentin weiß die Einladung nach Berlin zu schätzen: „Das ist eine einmalige Sache.“ Nun wird sich Ulrike de Vries mit ihren beiden erwachsenen Söhnen anmelden und danach weitere Informationen erhalten. „Mein Mann hat verzichtet, die jungen Männer sind begeistert.“

Im Gespräch mit der NWZ staunt die Augustfehnerin selbst, was sie alles mache. Dass ehrenamtliches Engagement viel Zeit koste, sei ihr egal. „Mir macht die Arbeit mit den Kindern einfach unglaublich viel Spaß.“

„Wenn Kinder drauf los erzählen und fragen, das ist wunderbar“, sagt Ulrike de Vries und fügt hinzu „Man hätte all die vielen Sätze und Fragen notieren sollen.“ Das Natürliche und Unbefangene der Kinder mache ihr unglaublich viel Freude.

Angefangen habe ihr Engagement in den 90er Jahren. Damals sei sie gefragt worden, ob sie, eine Zahnarzthelferin mit dem Schwerpunkt Prophylaxe, im gesamten Ammerland die Kariesvorsorge für Kindergarten- und Schulkinder übernehmen wolle.

Seit 2001 vermittelt die Augustfehnerin den Mädchen und Jungen in den Grundschulen und Kindergärten der Gemeinde Apen das Einmaleins der Zahnpflege, der Zahnputztechnik und der gesunde Ernährung – und zwar alles auf Plattdeutsch. Sie selbst habe in der Grundschule Plattdeutsch gelernt: „Dora Müller war meine Klassenlehrerin in der Grundschule.“

Plattdeutsch vermitteln

Seit zehn Jahren organisiert Ulrike de Vries ehrenamtlich die plattdeutsche Show „Apen söcht de Superstar“. Die Vorbereitung dauere jeweils ein Jahr: Lieder aussuchen, Texte schreiben, Requisiten zusammentragen, Bühnenbild vorbereiten, große Werbeplakate gestalten, teilweise Kostüme nähen, Jury-Mitglieder beraten, Kopfbedeckungen basteln und vieles mehr umfasse das Projekt. „Im Sommer sitze ich auf dem Rasen und male die Plakate. Im Malen hatte ich früher in der Schule immer eine eins“, erzählt sie und lacht. Ihr sei es wichtig, dass die Kinder mit Freude und Begeisterung dabei seien. Viele Kinder würden auf der Bühne über sich hinauswachsen.

Auf ihrem Nachttisch habe sie immer Zettel und Stift liegen für spontane Ideen: „Nachts kommen oft die besten Einfälle.“

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