AUGUSTFEHN - „Wir möchten ein Lernumfeld schaffen, in dem Kinder individuell gefördert werden und ihnen eine Alternative zum herkömmlichen, dreigliedrigen Schulmodell bieten“, fasst Holger Koch das Konzept für eine integrierte Schule in freier Trägerschaft zusammen. Gemeinsam mit Berufsschullehrer Martin Mansdotter hat sich der Ingenieur das ehrgeizige Ziel gesetzt, in der Gemeinde Apen eine private Schule mit qualifizierter Ganztagsbetreuung zu gründen. Ein Team von engagierten Lehrern haben die beiden ebenfalls mit der Idee begeistern können, und mit einer Lehrerin, die zurzeit in Varel unterrichtet und durch innovative Unterrichtskonzepte aufgefallen ist, auch schon die passende Besetzung für die Schulleitung gefunden.

Derzeit sind Koch und Mansdotter dabei, in der Gemeinde für die Verwirklichung ihres Vorhabens zu werben. Denn nur in enger Abstimmung mit Verwaltung, Kommunalpolitik und weiteren Kooperationspartnern kann ihrer Ansicht nach das Konzept optimal verwirklicht werden. So halten die Initiatoren den Standort an der Grundschule in Augustfehn I für ideal, weil hier bedingt durch rückläufige Schülerzahlen Räume leer stehen. „Wir möchten den Schulbetrieb auf keinen Fall stören, im Gegenteil kann die räumliche Nähe sogar bereichernd sein“, unterstreicht Koch. So soll nach den Vorstellungen der Initiatoren sowohl mit der Grundschule als auch mit der Haupt- und Realschule in einigen Bereichen kooperiert werden. „Wir haben den Schulleitungen unser Modell bereits vorgestellt, und es kam sehr gut an“, erzählt Mansdotter von ersten Gesprächen: „Nach unserem Konzept soll das selbstständige Arbeiten der Kinder im Vordergrund stehen. Dabei profitieren sie voneinander, indem sie sich gegenseitig helfen. Sie sollen gefördert, aber nicht überfordert werden.“ Werde Wissen praxisnah vermittelt, könne man Zusammenhänge viel besser verstehen und langfristig behalten, ergänzt Koch. Als Beispiel nennt er einen Staubsauger, anhand dessen man die Wirkung des Drehimpulses verdeutlichen könne.

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Gemeinde grünes Licht für die Nutzung der Räumlichkeiten gibt, dann könnte die Initiative noch im Februar einen Antrag bei der Landesschulbehörde auf Genehmigung stellen, so dass der Schulbetrieb sogar schon im August mit einer Klasse starten könnte. Bedarf ist nach Ansicht der künftigen Betreiber durchaus da: Zurzeit besuchen allein 52 Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde Apen die private Schule in Vehnhusen.

Bis es soweit ist, soll über das Vorhaben diskutiert werden. So laufen bereits die Vorbereitungen für eine außerordentliche öffentliche Ausschuss-Sitzung im Februar, bei der auch zahlreiche Bürger erwartet werden.

Kerstin Schumann
Kerstin Schumann Redaktion Westerstede