AUGUSTFEHN II - Die Diskussion um eine mögliche Schließung der beiden einzigen Grundschulen in Augustfehn II und Nordloh sorgt in der Gemeinde Apen für Wirbel. Den Anstoß für diese Überlegungen hatte der Schulentwicklungsplan des Landkreises gegeben (die NWZ berichtete).
In dem Plan, der im Kreisschulamt erhältlich ist, wird neben einer Bestandsaufnahme der Ist-Situation in den Schulen, auch eine Prognose der voraussichtlichen Entwicklung der Schülerzahlen bis 2025 geliefert. Grundlage hierfür bilden die Geburtenzahlen.
Schülerzahlen sinken
Demnach sinken die Schülerzahlen an der Grundschule Augustfehn II in den kommenden Jahren weiter. Zum 1. August 2010 werden dem Schulentwicklungsplan zufolge 19 Schüler eingeschult. Ein Jahr später sind es nur noch 15. 2012 steigt die Zahl noch einmal auf 17, bevor sie 2013 auf 15 und 2014 auf 13 Schüler zurückgeht. Diese Zahl wird voraussichtlich bis ins Jahr 2025 konstant bleiben.
In Nordloh verhält es sich ähnlich. In diesem Jahr werden an der Grundschule voraussichtlich 18 Schüler eingeschult. Im kommenden Jahr wären es 14, 2012 dann 16. 2013 geht die Zahl auf 15, 2014 auf zwölf Schüler zurück. Diese Zahl wird im Schulentwicklungsplan auch für die folgenden Jahre bis 2025 angegeben.
Die Gemeinde spricht in diesen Fällen von einem „dramatischen Rückgang“ der Schülerzahlen. „Das sind keine Fantasiezahlen, die Kinder sind ja schon geboren“, sagt Gemeinderätin Helma Schubert. Nur durch Zu- oder Wegzüge werde sich diese Zahl noch verändern. Die eigenen Erhebungen der Gemeinde würden von den Zahlen des Landkreises nur geringfügig abweichen.
Standort Apen retten
Der Schulelternrat befürchtet indes, dass die Grundschule Augustfehn II geschlossen werden soll, um den Standort Apen zu retten. „Es kann nicht sein, dass wir das Problem von Apen ausbaden“, sagt Schulelternratsvorsitzende Simone Berner.
Auch in Apen werden die Schülerzahlen in den kommenden Jahren zurückgehen. Für das Schuljahr 2010 weist der Schulentwicklungsplan noch 34 Schüler aus, für 2011 nur noch 26. Im Jahr 2012 erholen sich die Zahlen zwar noch einmal (31 Schüler), 2013 und 2014 sinken sie jedoch auf 27 beziehungsweise 24.
In Augustfehn I gehen die Zahlen ebenfalls zurück. 2010 wird von 43 Schülern ausgegangen, 2014 werden es nur noch 30 sein.
Einschulungen seit 1994
Für den Schulentwicklungsplan hat der Landkreis die Geburten der vergangenen Jahre mit den tatsächlichen Einschulungen verglichen. Zwischen 1994 und 2002 kommt dabei ein Durchschnittswert von 97,15 Prozent heraus. Folglich werden die prognostizierten Zahlen mit großer Wahrscheinlichkeit so eintreffen.
Derweil sind die ab 1. August 2015 einzuschulenden Grundschulkinder zum Zeitpunkt der Erstellung des Schulentwicklungsplanes noch nicht geboren gewesen. Deshalb wurde für die Prognose ab 2015 der Demografiebericht der Bertelsmann-Stiftung als Grundlage verwendet, wird dazu im Schulentwicklungsplan erläutert.
für die allgemein bildenden Schulen beschäftigt sich mit den Änderungen in der Ammerländer Schullandschaft. Er baut im Wesentlichen auf dem bisherigen Schulentwicklungsplan (Fortschreibungstermin 1. Januar 1996) auf.
Grundlagen für die Entwicklung eines regional ausgeglichenen Bildungsangebotes im Ammerland schaffen und sichern sowie den Planungsrahmen für Schulanlagen bieten.
der erwarteten Schülerzahlen und der regionalen Gegebenheiten legt er die Schulstandorte und die dort vorzusehenden Bildungsangebote mit ihren Einzugsbereichen fest.
