AUGUSTFEHN - Gut 60 Jahre nach ihrer Schulentlassung Ende März 1949 trafen sich jetzt acht von ehemals 21 Schülerinnen und Schülern wieder. Nach einer ersten Begrüßung im früheren Klassenraum der heutigen Bürgerschule wurden Erinnerungen an die Schulzeit während des Krieges und danach wieder lebendig. Kriegszeit, strenger Winter 1946, Schlesier kamen 1946 mit dem Zug, „Aktion Storch“ – Berliner Schüler 1947, im Moor Torf ringen für die Schulheizung und viele weitere Themen waren den ehemaligen Schülern, die von der fünften bis zur zehnten Klasse (1942 bis 1949) in Augustfehn gemeinsam die Schulbank drückten, noch gut in Erinnerung.
„Wir haben eine fantastische Klassengemeinschaft gehabt. Wir haben Schüler aus dem Osten, die nichts außer ihrer Kleidung am Leib hatten, genau wie alle anderen Schüler in unsere Gemeinschaft aufgenommen“, erzählt Werner Orth, bei dem die Fäden des Treffens zusammen liefen. Die anderen Teilnehmer pflichten ihm bei und betonten, dass dieser Zusammenhalt nach dem Krieg noch gefestigter wurde.
1947 kam Horst Eggert („Janosch“) aus Hindenburg in ihre Klasse. „Er konnte damals schon sehr gut zeichnen“, erinnert sich Margret Wempen, die sich seit vielen Jahrzehnten mit einigen Mitschülerinnen zweimal im Jahr trifft. Vorgelesen wurde ein Brief einer Klassenkameradin aus Aschaffenburg, die leider nicht teilnehmen konnte. „Wir waren schon mehrmals bei ihr zu Besuch“, erzählt Margret Wempen. Die anderen Teilnehmer waren aus dem näheren Umkreis, die weiteste Anreise hatte ein Mitschüler aus Hamburg. Während des Krieges seien sie von jungen Lehrerinnen unterrichtet worden, weil die männlichen Kollegen als Soldaten eingezogen waren. Nach dem Krieg hätten sie mit erfahrenen Studienräten ein gutes Lehrerpotential gehabt.
Auch die erste Klassenfahrt 1946 nach Norderney ist allen noch lebhaft vor Augen: „Wir haben Nahrungsmittel, wie Kartoffeln, Zucker, Mehl, mit in die Jugendherberge genommen. Außerdem waren wir die einzige Klasse, die zu dieser Zeit überhaupt auf Klassenfahrt fuhr. Dafür hat sich unsere damalige Lehrerin stark gemacht“, erinnern sich mehrere Schüler. Die Aufführung des Stückes „Christopher Columbus“ auf plattdeutsch sorgt noch heute für Heiterkeit: „Steckrüben dienten als Kokosnüsse und schmeckten zudem noch sehr lecker. Daher musste Lehrer Hennig aufpassen, dass zur Aufführung noch welche vorhanden waren“, lacht Folkert van Dieken.
