Augustfehn - Simon kehrt mit einem großen Rechen das Laub von den Wegen im ehemaligen Töbermannschen Gemüsegarten an der Stahlwerkstraße. „Im Garten arbeiten ist cool“, sagt der Elfjährige aus Gießelhorst, der die Klasse 5 b an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Augustfehn besucht und erzählt, dass er zuhause auch gern im Garten helfe. Seine Mitschülerin Josephin, die ebenfalls Laub harkt, ist auch mit Eifer dabei. „Ich fand es am besten, als wir hier neulich Äpfel gepflückt und daraus Apfelsaft gemacht haben. Der war lecker“, schwärmt die Zehnjährige aus Torsholt.

Gartenarbeit und Pilzkunde stehen an diesem Vormittag auf dem Stundenplan der 5 b an der IGS Augustfehn. Klassenlehrerin Petra Lüschen und Biologin Britta Brackmann sind mit 22 Kindern bei ihrem wöchentlichen Einsatz im „grünen Klassenzimmer“. Seit dem Sommer arbeiten Schule und der Ortsverband Apen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), der sich um den Töbermannschen Garten kümmert, eng zusammen. „Das ist ein Glücksfall, dass wir unmittelbar vor dem Schulgelände praktischen Natur- und Umweltunterricht anbieten können“, sagt Lehrerin Petra Lüschen. Die Gartenarbeit mit der Klasse 5 b sei ein Pilotprojekt; möglicherweise werde man für alle 5. IGS-Klassen Ernährung, Bewegung und Gesundheit als Schwerpunktthema anbieten.

Die Klasse hat nicht nur ihr eigenes Beet, wo z.B. Salate angebaut werden, sondern erntet auch vieles, was der Garten so hergibt. So hat man Zucchinis in der IGS-Küche verarbeitet und aus Spitzwegerich Hustensaft hergestellt. Außerdem beschäftigten sich die Kinder mit heimischen Tieren in Gärten, insbesondere mit den Bienen.

Über die Zusammenarbeit mit der Schule freuen sich Volkmar Epkes und Peter Henn vom Nabu Apen sehr. „Es ist einfach toll, wenn Kinder Flora und Fauna nicht nur in Büchern, sondern vor der Schultür kennenlernen“, schwärmt Volkmar Epkes.

Doris Grove-Mittwede
Doris Grove-Mittwede Redaktion Westerstede