Wildeshausen - Ruben Kubiak hatte sich auf viele kritische Fragen eingestellt, als er Freitagvormittag vor insgesamt 100 Schülern der Klassenstufen zehn und elf trat, um von seinem Beruf als Beamter bei der Europäischen Kommission zu berichten – um so erstaunter war er, dass sich ein Großteil der Schüler eher eine noch stärkere Rolle von Europa wünschte.

Der 29-Jährige hat 2004 gemeinsam mit Heiner Krieger am Gymnasium Wildeshausen Abitur gemacht. Krieger ist hier inzwischen Lehrer und hat seinen ehemaligen Klassenkameraden jetzt schon zum zweiten Mal im Zuge der Aktion „Back to school“ nach Wildeshausen zurück geholt.

Die gemeinsame Aktion von Europäischer Union und der Regierungen der Mitgliedsländer bringt Mitarbeiter der EU zurück an ihre ehemaligen Schulen, wo sie über ihre Arbeit berichten und auch Vorurteile gegenüber der EU abbauen sollen.

Kubiak hat nach dem Abitur in Würzburg Physik und Psychologie studiert, seinen Master der University of Texas in den Vereinigten Staaten gemacht und anschließen in Oxford den Doktor in Biomathematik drangehängt. Heute ist er Beamter bei der Europäischen Kommission und arbeitet im Bereich Energieeffizienz von Lampen und Leuchten. Neben seinem eigenen Arbeitsbereich und den Berufschancen bei der EU waren auch aktuelle Probleme Thema – etwa die Krise in der Ukraine. Er sei überrascht gewesen, so Kubiak nach dem ersten Vortrag vor der Klassenstufe elf, wie gut die Schülerinnen und Schüler offenbar die Zeitungsmeldungen verfolgen und sowohl über die Europäische Union im Allgemeinen als auch über die Situation in der Ukraine auf dem Laufenden seien.