Sandkrug/Oldenburg/Lublin - Beachvolleyball und Fußball auf dem TSG-Sportplatzgelände: Die Atmosphäre erinnerte am Freitagvormittag schon ein wenig an ein Feriencamp für junge Leute.

25 polnische Schüler vom „Prywatne Liceum i Gimnazjum“ aus Lublin/Polen und ihre Gastgeber, Schüler und Lehrer der Graf-Anton-Günther-Schule, trafen sich am letzen Tag vor der Abreise in Sandkrug, um das vor einer Woche gestartete Besuchsprogramm abzuschließen.

Seit 2012 besteht die Partnerschaft zwischen der Europaschule GAG und dem Lubliner Liceum. Zweimal im Jahr treffen sich seitdem Schüler und Lehrer. „Wir wählen für Besuch und Gegenbesuch immer die gleichen Schwerpunkte aus“, sagt Deutschlehrerin Magdalena Kosior-Szychiewicz. Darunter sind dann auch schwere Themen wie der Zweite Weltkrieg, der Besuch der KZ-Gedenkstätte Majdanek bei Lublin und des Hauses der Wannsee-Konferenz, wo im Januar 1942 von führenden Vertretern der Nationalsozialisten der Holocaust an den Juden – darunter viele Polen – vorbereitet wurde.

Die Generation der 14- bis 17-Jährigen in Polen und Deutschland pflegt trotz dieser Vergangenheit eine unbelastete Beziehung. Einige Freundschaften seien seit 2012 entstanden, weiß Magdalena Kosior-Szychiewicz. Da immer nur etwa die Hälfte der am Austausch beteiligten Schüler wechsle, träfen sich manche bis zu viermal. „Darüber hinaus sind auf privater Ebene richtige Freundschaften entstanden, es gibt Besuche über den offiziellen Austausch hinaus“, erzählt GAG-Lehrer und Organisator Niels-Christian Heins. Deutsche und Polen treffen sich dann häufig auf halbem Weg zwischen Oldenburg und Lublin.

Kasia (15) aus Lublin ist zum ersten Mal in Sandkrug. „Die Natur ist hier viel schöner, als ich es mir vorgestellt habe“, verrät sie. Für Jan (17) ist es der zweite Besuch in Oldenburg und Hatten, wie er auf Englisch sagt. „Eine große Chance, die Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern“, sieht er.

Dank Facebook und Snapchat klappt die Kommunikation zwischen jungen Polen und Deutschen über das ganze Jahr. „Manchmal lassen sie sich bei ihren Hausaufgaben von den GAG-Schülern helfen“, lächelt Magdalena Kosior-Szychiewicz.